Bund warnt vor neuer Masche: Telefonbetrüger versuchen das Corona-Virus auszunutzen

Gleich mehrere Kantonspolizeien und der Bund warnen am Dienstag vor einer neuen Betrugsmasche mit dem Corona-Virus. Anrufer gäben sich als Arzt oder Gesundheitsbeamte aus oder wollten Naturprodukte verkaufen.

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Betrüger geben sich als kranke Verwandte, Gesundheitsbeamte oder gar als Verkäufer von Naturprodukten gegen das Corona-Virus aus. (Symbolbild)

Betrüger geben sich als kranke Verwandte, Gesundheitsbeamte oder gar als Verkäufer von Naturprodukten gegen das Corona-Virus aus. (Symbolbild)

fotolia

(agl/sat) «Gemäss den aktuellen Erkenntnissen von Interpol nutzen die Betrüger den Corona-Virus als Vorwand für ihre neuste Masche», heisst es etwa auf der Seite cybercrimepolice.ch. Diese wird von der Kantonspolizei Zürich betrieben und warnt vor Bedrohungen im Internet.

Die Betrüger würden sich unter anderem als Gesundheitsbeamte ausgeben, die sich über Verbindungen des Opfers zu infizierten Personen erkundigten und dabei Bank- und Zahlungsdaten verlangten.

Misstrauisch sein, bei Verdacht die Polizei informieren

In einem weiteren Szenario wird das Opfer von einem angeblichen Verwandten kontaktiert, der sich wegen des Virus in Behandlung befinde. Manchmal gebe es auch einen zweiten Anruf von einem angeblichen Arzt, der die Information bestätigt. Das Opfer solle für Behandlungskosten aufkommen und dazu Bargeld an einem Ort deponieren oder übergeben.

Auch die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (GovCERT) warnt am Dienstagabend auf Twitter vor gefälschten Telefonanrufen. Diese würden vorgeben, im Namen des Bundesamts für Gesundheit Umfragen durchzuführen und sich nach dem Gesundheitszustand und weiteren persönlichen Angaben zu erkundigen.

Die Tessiner Kantonspolizei wiederum warnt am Dienstag in einer Mitteilung vor missbräuchlichen Telefonanrufen bei denen Naturprodukte mit heilenden Eigenschaften oder zur Verhinderung von Ansteckungen mit dem Corona-Virus angeboten werden. In anderen Fällen sei vorgegaukelt worden, dass die Anrufenden Sanitätspersonal seien und vorbeischauen würden. Die Polizei macht darauf aufmerksam, dass Vertreter der Notrufnummer 144 nie von sich aus Personen anrufen.

Krankenkassen zahlen für Corona-Erkrankungen

Bereits am Montag hat die Konsumentensendung «Espresso» von Radio SRF von Schwindel-Anrufen aus Callcentern berichtet. Dabei werde davor gewarnt, dass die Behandlung des Corona-Virus nicht aus der Grundversicherung gedeckt sei. Dazu brauche es dringend eine zusätzliche Versicherung. Dies ist jedoch nachweislich falsch, da die Kosten einer allfälligen Erkrankung durch Corona-Virus durch die Grundversicherung in jedem Fall gedeckt sind.

Die Polizeien raten generell, misstrauisch zu sein und am Telefon nie auf Geldforderungen oder Verkäufe durch Unbekannte einzugehen. Wer einen Betrug aufgedeckt hat oder vermute, solle diesen der Polizei melden.