«Rassistisches» Wandbild übermalt – Berner Gemeinderat teilt Kritik, bedauert aber Aktion

Unbekannte haben ein umstrittenes Wandbild in einem Berner Schulhaus übermalt. Sie kritisieren die Abbildungen als rassistisch. Der Gemeinderat teilt die Kritik am Bild, hält die Aktion aber für ungeeignet.

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Das Wandbild der Künstler Eugen Jordi (1894 - 1983) und Emil Zbinden (1908 - 1991) ist wegen seiner stereotypen Darstellung von Menschen aus Afrika, Asien und Amerika umstritten.

Das Wandbild der Künstler Eugen Jordi (1894 - 1983) und Emil Zbinden (1908 - 1991) ist wegen seiner stereotypen Darstellung von Menschen aus Afrika, Asien und Amerika umstritten.

HO/Tamara Janes

(dpo) Im Zuge der weltweiten Black-Lives-Matter Kundgebungen werden im Ausland Statuen und Denkmäler wegen ihrer kolonialen Vergangenheit abgerissen. Nun haben Unbekannte ein umstrittenes Wandbild in einem Berner Schulhaus teilweise übermalt, wie «Der Bund» berichtet. Das Bild hängt seit 1949 im Treppenhaus der Schule Wylergut und zeigt ein Alphabet mit Tierbildern, Pflanzen und drei stereotyp dargestellten Menschen aus Afrika, Asien und Amerika. Unter dem Buchstaben N ist eine schwarze Person abgebildet.

Gemäss dem Zeitungsbericht kritisieren die Unbekannten in einem Bekennerschreiben, dass auf dem Wandbild «drei Menschen stereotypisiert und rassistisch dargestellt» seien. Der Berner Gemeinderat teilt die Kritik am Bild, aber bedauert die Art und Weise, wie sie zum Ausdruck gebracht wurde. Dies schreibt er in einem Communiqué vom Mittwoch. Solche Aktionen seien ungeeignet, um nachhaltige Veränderungen zu erzielen. Angesichts der Bedeutung der Debatte wolle der Gemeinderat aber auf eine Strafanzeige verzichten.

Die Stadt Bern hatte bereits im September 2019 einen Ideenwettbewerb für ein künstlerisches Projekt lanciert, das eine «breite und nachhaltige Debatte zum umstrittenen Kunstwerk» ermöglichen soll. Diesen Herbst sollen gemäss dem Communiqué fünf Vorschläge vorgestellt werden. Eine Fachjury wird anschliessend entscheiden, welches Projekt umgesetzt wird.