«Reporter ohne Grenzen» sorgen sich wegen Coronavirus um Schweizer Medienfreiheit

Die Schweiz verliert in der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit von «Reporter ohne Grenzen» (RSF) zwar zwei Plätze. Die Organisation stuft die Situation im Vergleich zu 2019 dennoch als stabil ein.

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Unter Druck, aber frei: Schweizer Presse. (Symbolbild)

Unter Druck, aber frei: Schweizer Presse. (Symbolbild)

Christian Beutler / KEYSTONE

(sat) Grund für den Verlust sei, dass sich Jamaika und Costa Rica verbessert hätten, schreibt der Schweizer Ableger von RSF am Dienstag in einer Mitteilung. Allerdings sei die Rangliste noch vor Ausbruch des Coronavirus erhoben worden. Diese habe «dramatische Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Medien und auf die Informationsfreiheit». Unabhängig von der Positionierung der Schweiz in der Pressefreiheits-Rangliste verurteilt RSF Schweiz die Weigerung des Bundesrates, den Medien Soforthilfe zu gewähren, um unverzüglich auf den Einbruch der Werbeeinnahmen infolge der Krise zu reagieren. «Reporter ohne Grenzen» fordern nun das Parlament auf zu Handeln.

Nordeuropäische Länder weiterhin an der Spitze

Wiederkehrende Sparmassnahmen in vielen Schweizer Medien zeigten zudem, dass die Beschleunigung der Medienkonzentration und die Verringerung der Vielfalt des journalistischen Angebots das Land aufgrund der Kleinheit der Sprachmärkte und der dezentralen Struktur auch ohne Coronapandemie bereits ganz besonders beträfen.

Die seit 2002 jährlich von Reportern ohne Grenzen veröffentlichte Rangliste beruht auf Befragungen und der Zahl registrierter Angriffe auf Journalisten. An oberster Stelle unter 180 Staaten steht zum vierten Mal in Folge Norwegen. Auf Platz zwei liegt erneut Finnland und Dänemark hat zwei Ränge gutgemacht. Die letzten drei Ränge belegen Nordkorea, Turkmenistan und Eritrea.