Soziale Projekte ausgesetzt: Coronavirus trifft die Ärmsten besonders

Nach den jüngsten Massnahmen des Bundesrats müssen auch der Verein Surprise und das Sozialwerk Pfarrer Sieber Konsequenzen ziehen. Teils mit schwerwiegenden Folgen für Armutsbetroffene. 

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Der Pfuusbus muss einen Monat früher als geplant schliessen.

Der Pfuusbus muss einen Monat früher als geplant schliessen. 

Ennio Leanza / KEYSTONE

(agl) Wie der Verein «Surprise» am Dienstag mitteilte, wird der Verkauf des gleichnamigen Strassenmagazins per sofort eingestellt. Ebenso finden keine sozialen Stadtrundgänge mehr statt. «Viele der 450 Verkaufenden und 14 Stadtführenden sind armutsbetroffen und für ihr Überleben vom Verkauf des Strassenmagazins und von den Führungen abhängig», schreibt der Verein. 

«Surprise» werde nicht staatlich subventioniert und sei zu 65 Prozent vom Hefteverkauf abhängig, heisst es weiter. Der Verein appelliert deshalb mit einem Schreiben und in einem Video an die Solidarität der Schweizer Bevölkerung und bittet um Spenden. Das aktuelle «Surprise»-Strassenmagazin stehe auf der Surprise-Website kostenlos zum Download zur Verfügung. 

Ebenso vom Coronavirus betroffen sind die beiden Zürcher Notschlafstellen «Pfuusbus» und «Iglu», betrieben durch das Sozialwerk Pfarrer Sieber. Diese müssen einen Monat früher als geplant schliessen. Die Unterbringung und Betreuung von Menschen in Mehrbettzimmern sei nicht mehr länger möglich. Ab dem 19. März gibt es im Vorzelt des Pfuusbus zwischen 9 und 14 Uhr ein Betreuungs- und Mahlzeitenangebot für Obdachlose.