SRF kontert Kritik, der «Club» zum Vaterschaftsurlaub sei unausgewogen gewesen

SVP-Nationalrat Christian Imark kritisierte in einem Tweet, in der SRF-Sendung Club zum Vaterschaftsurlaub seien zwei Gegner vier Befürwortern gegenübergestanden. SRF weist die Kritik zurück. Die Gegner der Vorlage hatten gar mehr Redezeit.

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Der Vaterschaftsurlaub gibt zu reden – nicht nur in der Sendung «Club», auch danach.

Der Vaterschaftsurlaub gibt zu reden – nicht nur in der Sendung «Club», auch danach.

Keystone

(gb.) Am Dienstagabend hatten in der Sendung «Club» auf SRF sechs Väter unter der Moderation von Barbara Lüthi über den Vaterschaftsurlaub diskutiert. Für Christian Imark, Nationalrat der SVP, entstand damit eine unausgewogene Vertretung der Meinungen. «Vier Befürworter gegen zwei Gegner», hielt er auf Twitter fest. Auch die Moderation sei pro Vaterschaftsurlaub gewesen, kritisierte Imark.

SRF stellt die Dinge auf Anfrage von CH Media anders dar. Die politische Debatte über den Vaterschaftsurlaub habe nur einen Teil der Sendung ausgemacht, insgesamt 37 Minuten. Davon hätten die Gegner knapp eine Minute mehr Redezeit gehabt, schreiben die Redaktionsleiterin Barbara Lüthi und Produzent Peter Hossli in einer Stellungnahme. «Im längsten Teil der Diskussion ging es um persönliche Erfahrungen und Erzählungen, ohne politische Statements.»

Von den drei geladenen Politikern, SVP-Nationalrat Roger Köppel, FDP-Ständerat Josef Dittli und SP-Nationalrat Cédric Wermuth, sei Wermuth der einzige gewesen, der sich für die Vorlage einsetze, heisst es in dem Schreiben weiter. Der Soziologe Martin Hafen habe seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse präsentiert. Zu den anderen zwei Gästen – Hausmann Sandro Bucher und Komiker Dominic Deville – gibt es seitens SRF keine Einordnung. Allgemeine halten die Verantwortlichen aber fest, dass der Titel der Sendung «Was es heisst, Vater zu sein», auf einen gesellschaftlichen und nicht einen politischen Ansatz deute.