Statt Ostermarsch: 110 Schweizer Organisationen fordern in Appell Evakuierung von griechischen Camps

In einem Appell fordern am Ostermontag zahlreiche humanitäre Organisationen, Vereine und Gruppierungen die Schweiz dazu auf, Flüchtlinge aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen.

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Die traditionellen Ostermärsche fallen dieses Jahr der Coronakrise zum Opfer – im Bild ein Ostermarsch zwischen Kreuzlingen und Konstanz 2003.

Die traditionellen Ostermärsche fallen dieses Jahr der Coronakrise zum Opfer – im Bild ein Ostermarsch zwischen Kreuzlingen und Konstanz 2003.

Susann Basler

(sat) Auch die traditionellen Ostermärsche fallen dieses Jahr der Coronakrise zum Opfer. Dennoch äussern sich am Ostermontag in einem Appell 110 humanitäre Organisationen, Vereine, Gruppierungen und Nichtregierungsorganisationen zu Wort. Darin fordern sie die Evakuierung der griechischen Flüchtlingscamps. Ohne Schutz zu erhalten seien darin 35'000 Geflüchtete aus Kriegs- und Konfliktgebieten gestrandet. Die Schweiz trage eine Mitverantwortung für diese humanitäre Katastrophe. Angesichts der fortschreitenden Coronapandemie dränge die Zeit.

Dem Appell haben sich laut Mitteilung vom Montag zudem prominente Persönlichkeiten angeschlossen, darunter etwa die Schriftstellerin Sybille Berg, der freisinnige Tessiner alt Ständerat Dick Marty, Schauspielerin Melanie Winiger oder die Musiker Lo & Leduc. Die Unterzeichnenden des Osterappells argumentieren, angesichts der historisch tiefen Zahl von Asylgesuchen in der Schweiz seien die Infrastruktur und die finanziellen und personellen Ressourcen vorhanden, um viele Geflüchtete aufzunehmen und zu betreuen.

Einige europäische Staaten hätten bereits zugesagt, Geflüchtete aufzunehmen. Der Osterappell fordern den Bundesrat und das Parlament auf, sich «mit einem klaren und mutigen Signal» dieser Politik anzuschliessen. Zu den unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderen Gruppierungen von reformierten und katholischen Landeskirchen – aber auch Amnesty International, Public Eye, Operation Libero, die Flüchtlingshilfe oder die Heilsarmee.