Telefonkontakt in 48 Stunden nicht möglich: Berner Contact-Tracing ist am Anschlag

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Berner Club mussten 450 Personen in Quarantäne. Die Contact-Tracer des Kantons sind am Anschlag.

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An einer Party im Club «Kapitel» wurden zwei Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

An einer Party im Club «Kapitel» wurden zwei Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

Keystone

(agl) «Wir schaffen es nicht mehr, alle betroffenen Personen in den ersten 48 Stunden telefonisch zu kontaktieren», sagte der Sprecher der Gesundheitsdirektion am Dienstag gegenüber «Radio SRF». Das Contact-Tracing laufe am Anschlag, weil sich innerhalb von einer Woche die zu bearbeitenden Fälle verdreifacht hätten. Die Betroffenen erhalten die Informationen zunächst per E-Mail, welche nicht immer gelesen würden.

Die Schwierigkeiten des Contact-Tracing hängen auch mit dem Corona-Ausbruch im Berner Club «Kapitel» zusammen. Wie der Sprecher der Gesundheitsdirektion gegenüber «Radio SRF» sagte, sei jede zehnte Person auf der Kontaktliste des Clubs nur schwer zu erreichen. Aktuell stehen im Kanton Bern 30 Contact-Tracer im Einsatz, unterstützt durch die Kantonspolizei. Ein weiterer Ausbau ist gemäss dem Sprecher geplant und bereits im Gange.

Nach einer Party im Club «Kapitel Bollwerk» vor zwei Wochen wurden zwei Ansteckungen mit dem Coronavirus bekannt. Insgesamt mussten rund 450 Personen in Quarantäne. Am letzten Samstag wurde der Club auf Anordnung der Berner Kantonsärztin für zehn Tage geschlossen.