Unterwegs zur ISS: Uni Zürich will im All menschliches Gewebe  züchten

Am Freitag startete der Versorgungsflug «Space X CRS-20» zur internationalen Raumstation ISS. Mit an Bord: 250 Teströhrchen der Universität Zürich mit menschlichen Stammzellen.

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So sieht das Mini-Labor «Space Tango CubeLab» aus. Hier an Bord der internationalen Raumstation ISS.

So sieht das Mini-Labor «Space Tango CubeLab» aus. Hier an Bord der internationalen Raumstation ISS. 

Space Tango

(agl) Wie die Uni Zürich (UZH) am Samstagmorgen mitteilte, sollen sich aus den Zellen während einem Monat im All Gewebe von Knochen, Knorpel und anderen Organen entwickeln. Der Versorgungsflug «Space X CRS-20» ist am 6. März um 23.50 Uhr Lokalzeit im Amerikanischen Cape Canaveral gestartet.

Verläuft das Testprojekt UZH Space Hub erfolgreich, will man vom mobilen Mini-Labor auf einen grösseren Produktionsmassstab umstellen. Mit dem neuartigen Verfahren wolle man in Zukunft mit entnommenen Stammzellen Ersatzgewebe wie Knorpel- oder Leberzellen züchten - in der geringen Schwerkraft des Alls. Dieses Gewebe soll dann dem Patienten wieder implantiert werden, teilt die Universität mit. 

Zusätzlich sollen mit künstlich erzeugtem Eigengewebe Medikamenten-Kombinationen getestet werden können sowie die Zahl von Tierversuchen reduziert werden. Oliver Ullrich, Direktor des Space Hubs, ist vom zukünftigen Nutzen der Raumfahrt überzeugt. «Der Mensch wird in wenigen Jahrzehnten den erdnahen Weltraum mit seinen spezifischen Eigenschaften als Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsort nutzen», lässt er sich in der Mitteilung zitieren.