Vertrauen in Internetakteure sinkt – besonders gegenüber Online-Shops

Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Akteure des Internets schwindet. Besonders Online-Shops sinken in der Gunst der Kunden. Aber auch die Sicherheit von Online-Zahlungsmitteln wird tiefer bewertet.

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Immer beliebter – aber kritischer betrachtet: Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in Online-Shops ist weiter gesunken. (Symbolbild)

Immer beliebter – aber kritischer betrachtet: Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in Online-Shops ist weiter gesunken. (Symbolbild)

Fotolia

(sat) Die Mehrheit der Bevölkerung hält den Datenschutz in der Schweiz zwar immer noch für eher gut bis sehr gut geregelt. Und sie glaubt auch, die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Internet sei ausreichend gewährleistet. Dennoch meldet das Online-Vergleichsportal Comparis.ch am Donnerstag: Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Akteure des Internet bezüglich seriösem Umgang mit Kundendaten sinkt immer mehr. Konkret sinken die Bewertungen laut der aktuellsten Comparis-Datenvertrauensstudie 2020 durchs Band.

Am stärksten abgenommen hat – «trotz des Online-Shopping-Booms während des Lockdowns», wie Comparis schreibt – das Vertrauen in den Umgang mit Daten bei Online-Shops. Konkret ist die Bewertung in den letzten drei Jahren um 0,7 auf noch 5,0 von maximal 10 Punkten gesunken. «Wer im Internet ein Produkt sucht oder kauft, bekommt ständig Werbung zu genau solchen Produkten angezeigt», analysiert Comparis-Digitalexperte Jean-Claude Frick laut Mitteilung. «Das allgegenwärtige Tracking der Nutzer im Netz lässt das Vertrauen in Online-Shops sinken.»

Auch Rechnung verliert an Vertrauen – am meisten aber Paypal

Einzige Ausnahmen: Business-Netzwerke und Dating-Plattformen. Laut Comparis schwingen LinkedIn oder Xing weiterhin obenauf (mit der gleichbleibenden Bewertung «mittelmässig vertrauenswürdig» respektive 4,9 von maximal 10 Punkten). Auch am Ende der Hitparade der Vertrauenswürdigkeit ändert sich nichts: Dating-Plattformen wie Tinder bilden weiterhin das Schlusslicht. Sie haben aber seit 2018 0,1 Punkte Vertrauen gewonnen. Sie werden nun mit 3,5 Punkten bewertet.

Flächendeckend abgenommen hat laut der Datenvertrauensstudie 2020 von Comparis auch die Einschätzung von Herr und Frau Schweizer bezüglich der Sicherheit der meisten Zahlungsmittel für das Internet. «Am sichersten bewerten die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten noch immer die Rechnungsstellung», schreibt Comparis. Allerdings sei auch deren Vertrauenswürdigkeit in den letzten zwei Jahren von 8,5 auf noch 8,1 Punkte gesunken. Am stärksten ist der Rückgang hierbei laut Comparis jedoch mit 0,7 Punkten bei Paypal (neu noch 6,2). Der US-Bezahlservice liegt damit nun gleichauf wie die Schweizer Bezahllösung Twint.