Weniger Interesse an Impfungen und Krebsvorsorge durch die Apotheken

Die Bevölkerung interessiert sich in diesem Jahr weniger für Dienstleistungen der Apotheken wie Impfungen oder Darmkrebsvorsorge, wie eine neue Umfrage zeigt. Viele gehen trotzdem lieber in die Apotheke, als Medikamente online zu bestellen.

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Über 60 Prozent der Befragten sind bereit, für eine Beratung durch den Apotheker Geld auszugeben, wenn das Gesundheitsproblem gelöst wird.

Über 60 Prozent der Befragten sind bereit, für eine Beratung durch den Apotheker Geld auszugeben, wenn das Gesundheitsproblem gelöst wird.

PharmaSuisse

(agl) Die Bevölkerung vertraut den Apotheken als erste Anlaufstelle zur Erklärung von Medikamenten und für die Beratung bei leichten gesundheitlichen Problemen. Das geht aus dem Apothekenmonitor 2020 hervor, der durch das Forschungsinstituts GFS Bern durchgeführt wurde. Gemäss einer Mitteilung des Apothekerverbands PharmaSuisse zeigt die Umfrage jedoch auch, dass das Interesse der Bevölkerung an gewissen Dienstleistungen erstmals gesunken ist.

Zwischen 13 und 20 Prozent sei das Interesse an Impfkontrollen, Impfungen und dem Darmkrebsvorsorge-Test durch die Apotheke gesunken. Die aktuellen Zahlen sprechen jedoch insbesondere bei den Impfungen eine andere Sprache, wie PharmaSuisse schreibt. Die Grippeimpfungen hätten diese Saison um 72 Prozent, die Zeckenimpfungen gar um 400 Prozent zugenommen.

Weiterhin gross sei das Interesse an Beratungsdienstleistungen ohne Voranmeldung sowie an abgeschirmten Beratungszonen. Überraschend sei zudem, dass nur 22 Prozent der Befragten die Bestellung von Medikamenten praktischer finden als der Gang zur Apotheke. Gemäss dem Apothekenmonitor sind 66 Prozent der Befragten bereit, für die Lösung eines Gesundheitsproblems durch die Apotheke zu bezahlen. Für eine Beratung ohne Abgabe eines Medikaments würden jedoch nur 28 Prozent Geld ausgeben wollen.