Zuger Familienbetrieb stellt seit 150 Jahren Fruchtbrände her

Die Etter Söhne AG ist eine der ältesten Firmen im Kanton Zug. Eine Brennerei sei noch lange kein Auslaufmodell, betont Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter und verrät die Pläne zum Jubiläum.

Laura Sibold
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Anstossen auf das 150-Jahr-Jubiläum der Etter Söhne AG: Die Brennmeister und die Familie arbeiten eng zusammen.
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Seit 150 Jahren stellt die Zuger Traditionsfirma diverse Brände her.
Die Etter Söhne AG wird bereits in vierter Generation geführt, und zwar von Gabriel und Eveline Galliker-Etter (links). Christine und Hans Etter haben das Geschäft 2012 übergeben.
Ein Blick ins Lager der Etter Söhne AG an der Chollerstrasse 4 in Zug: Links lagern die Eichenfässer, rechts die traditionellen Flechtkörbe.
Inzwischen werden aber die meisten Brände in Chromstahlbehältern gelagert.
Hier wird destilliert: Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter zeigt die Brennerei.
Für eine 70-Zentiliter-Flasche Kirsch braucht es 5 bis 15 Kilogramm Chriesi.
Etter stellt aber nicht nur Kirsch, sondern auch andere Spirituosen her.
Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter zeigt eine Abfüllmaschine. Im Jubiläumsjahr sollen neue Produkte auf den Markt kommen.
Am 7. November 2020 findet beim Familienbetrieb ein Tag der offenen Tür statt.

Anstossen auf das 150-Jahr-Jubiläum der Etter Söhne AG: Die Brennmeister und die Familie arbeiten eng zusammen.

Bild: Maria Schmid (Zug, 12. März 2020)

Etter ist im Kanton Zug gleichbedeutend mit Bundesrat und Kirsch: Während Bundesrat Philipp Etter 1977 verstarb, kann die Etter Söhne AG dieses Jahr ihr 150-Jahr-Jubiläum feiern. Bereits in vierter Generation wird im Zuger Familienbetrieb Kirschwasser gebrannt. Derzeit wird das Destillat aber auch noch für einen anderen Zweck verwendet, wie Geschäftsleiter Gabriel Galliker-Etter am Donnerstagnachmittag verrät.

So kreuzt Gabriel Galliker-Etter mit einem grossen Chromstahlkessel voller hochprozentigem Kirschdestillat auf. «Für alle, die sich in Zeiten des Corona-Virus mit einer natürlichen Methode die Hände desinfizieren wollen», sagt er. Es sei durchaus so, dass derzeit immer wieder Kunden kämen, die Kirschwasser als Desinfektionsmittel kaufen wollten. Wirklich rentabel sei dies für die Firma allerdings nicht.

Konstante Nachfrage und mehr junge Kunden

Hohe Renditen sind denn auch seit Jahrzehnten nicht das Ziel der Etter Söhne AG. Noch immer wird die Firma mit ihren 24 Mitarbeitern bewusst klein gehalten. «Wir wollen und können wegen unserer begrenzten Rohstoffe nicht weiter wachsen und schwimmen gewissermassen gegen den Strom, weil wir nicht jeden Geschmack abdecken möchten», betont Gabriel Galliker-Etter. Danach gefragt, ob Obstbrand-Destillate wegen veränderter Kundenbedürfnisse ein Auslaufmodell seien, schüttelt der Geschäftsleiter den Kopf. Der Familienbetrieb rentiere durch eine konstante Nachfrage. Ausserdem würden auch immer mehr junge Kunden Fruchtbrände für sich entdecken, so Galliker-Etter.

«Natürlich produzieren wir ein Nischenprodukt. Aber dieses kommt gut an und ist in über 25 Ländern beliebt.»

Das 150-Jahr-Jubiläum begeht die Etter Söhne AG mit verschiedenen Aktionen.  Am Samstag, 7. November, ist ein Tag der offenen Tür mit Führungen durch die Brennerei an der Chollerstrasse 4 in Zug geplant. Darüber hinaus hat Etter einen limitierten Jubiläumskirsch kreiert, mit einer Etikette aus dem Jahr 1900 als Grundlage. Ebenfalls komme dieses Jahr passend zum Jubiläum neu eine 150-Zentiliter-Flasche auf den Markt, die nach Wunsch mit Kirsch oder Williams erhältlich sei, verrät Gabriel Galliker-Etter. Im Laufe des Jahres wolle man zudem ein neues Produkt lancieren.

Weitere Informationen zum Jubiläumsjahr unter: www.etter-distillerie.ch

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