Ärgerliste
Lieferverzögerungen und verweigerte Garantie ärgern die Konsumenten am meisten

Die Konsumentenschützer präsentieren ihre alljährliche Ärgerliste. Dabei zeigt sich: Am meisten Verdruss bereiten den Menschen Probleme mit Konsumverträgen.

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Bei Bestellungen aus dem Ausland kommt es häufig zu Lieferverzögerungen - ein Ärgernis für die Kunden. (Symbolbild)

Bei Bestellungen aus dem Ausland kommt es häufig zu Lieferverzögerungen - ein Ärgernis für die Kunden. (Symbolbild)

Keystone

Draussen schneit es, doch die alten Winterschuhe tun nicht mehr. Also schaut man rasch auf die Website eines Online-Händlers und bestellt sich ein neues Paar Schuhe. Am genannten Lieferdatum wartet man gebannt auf das Klingeln des Pöstlers, doch es bleibt aus, die Lieferung verzögert sich. Derweil wartet man weiter und die Füsse frieren beim Spaziergang in den nassen Turnschuhen.

Dieses Beispiel ist keineswegs ein Einzelfall, wie die am Freitag veröffentlichte Ärgerliste der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen zeigt. Über ein Drittel der Beratungsanfragen und Meldungen der Konsumenten betrafen in diesem Jahr Probleme mit Konsumverträgen. Diese waren bereits im Vorjahr das Ärgernis Nummer eins. Die Pandemie hat zwar das Online-Geschäft angekurbelt, aber einige Anbieter sind von der steigenden Nachfrage offensichtlich überfordert. Vor allem bei Bestellungen aus dem Ausland gibt es gemäss Mitteilung erhebliche Lieferverzögerungen.

Werbeanrufe trotz Sterneintrag

Ebenfalls an die Spitze der diesjährigen Ärgerliste schafften es die Garantieverweigerungen. Diese betreffen oft Smartphones und Fotokameras. Die Verkäufer würden Garantieleistungen oft mit dem Verweis auf angeblichem Selbstverschulden ablehnen und verlangen von den Kunden, das Gegenteil zu beweisen. Die Konsumentenschutz-Organisationen fordern aus diesem Grund eine Beweislastumkehr, wie dies bereits im EU-Raum der Fall ist.

Weiterhin zahlreich sind auch Beschwerden über unlautere Verkaufsmethoden. Viele Leute fallen laut Mitteilung beim Surfen auf Internetplattformen auf Abofallen herein und müssen sich daraufhin mit hohen Gebührenrechnungen herumschlagen.

Zudem verzeichnen die Konsumentenorganisationen weiterhin Beschwerden über Werbeanrufe trotz Sterneintrag im Telefonbuch. Zwar müssten seit Mitte alle Telekom-Anbieter einen sogenannten Werbeanruf-Filter anbieten, doch damit würden bei weitem nicht alle illegalen Werbeanrufe blockiert, heisst es.