Aktienhandel

Beispielloser Schub: Kleinanleger stürmen Schweizer Börse

Corona und EU sorgen im Handel mit Aktien für einen riesigen Umsatzschub und für ein noch viel grössere Zunahme der Anzahl Geschäfte.

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Viele Kleinanleger haben im vergangenen Jahr die Aktienkurse studiert.

Viele Kleinanleger haben im vergangenen Jahr die Aktienkurse studiert.

Luca Linder

(dz/rwa) Auch in der Schweiz erlebt der Aktienmarkt einen gewaltigen Zustrom von Kleinanlegern. Diese Beobachtung wird durch die aktuelle Handelsvolumenstatistik gestützt, welche die Schweizer Börsenbetreiberin Six am Dienstag für das zurückliegende Jahr veröffentlicht hat.

Gemäss Statistik wurden 2020 auf der Six-Plattform Aktien und Anlagefonds im Wert von 1468 Milliarden Franken gehandelt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem satten Plus von 25 Prozent. Die Zahl der Transaktionen schnellte sogar um 55 Prozent auf über 96 Millionen Abschlüsse hoch. Dadurch reduzierte sich der durchschnittliche Wert eines einzelnen Aktiengeschäfts um einen Fünftel auf den bisher tiefsten Stand von etwas mehr als 15'000 Franken, was als deutliches Zeichen für wachsende Partizipation von Kleinanlegern gewertet werden kann.

15'000 Franken pro Trade

Zwar lässt sich schon seit vielen Jahren ein Trend zu kleineren Abschlussgrössen beobachten. Erklären lässt sich das durch den Rückzug grosser Banken aus dem Wertschriftenhandelsgeschäft wegen regulatorischer Auflagen. Doch einen Schub wie 2020 hat es in der jüngeren Geschichte der Börse wohl noch nie gegeben. Vor fünf Jahren belief sich das durchschnittliche Volumen eines Aktiengeschäfts in der Schweiz auf gut 21'000 Franken. Es reduzierte sich bis 2019 um durchschnittlich drei Prozent pro Jahr. Der Einbruch der mittleren Losgrösse um 20 Prozent auf 15'000 Franken im zurückliegenden Jahr wirkt vor diesem Hintergrund geradezu spektakulär.

Der Sturm der Kleinanleger auf die Aktienmärkte ist freilich kein spezifisch schweizerisches Phänomen. In den USA feiert dieser Trend auch im Zug der Etablierung von gebührenfreien Handelsplattformen wie «Robinhood.com» seit einiger Zeit Rekordstände.