Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit steigt im Januar auf 3,7 Prozent

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) meldet einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Betroffen sind vor allem die Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen und das Gastgewerbe.

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Bei den Beratungsgesprächen auf dem RAV kann es offenbar emotional zu und her gehen.

Bei den Beratungsgesprächen auf dem RAV kann es offenbar emotional zu und her gehen.

Keystone

(gb) Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren per Ende Januar 6000 mehr Arbeitslose gemeldet als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,5 auf 3,7 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilt.

Dass der monatliche Anstieg nicht drastischer ausgefallen ist, hängt laut Boris Zürcher, dem Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, mit den Kurzarbeitsentschädigungen zusammen. Die Anmeldungen für die Kurzarbeit hätten im Dezember und Januar wieder stark zugenommen, wie Zürcher an einer Telefonkonferenz sagte. Im September war die Kurzarbeit seit Ausbruch der Pandemie auf einen Tiefpunkt gesunken.

Ältere besonders betroffen

Insgesamt beurteilte Zürcher den Schweizer Arbeitsmarkt als dynamisch. Es seien zwar viele Menschen in die Arbeitslosigkeit gerutscht, aber es hätten auch viele im Januar eine Stelle gefunden.

Vom aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit sind vor allem das Gastgewerbe, das Baugewerbe und der Handel betroffen. Abgesehen von Obwalden verzeichneten alle Kantone einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, am stärksten Zürich, Aargau und Waadt. Unterschiede gibt es auch zwischen den Altersgruppen. So ist die Arbeitslosigkeit bei den 50- bis 64-Jährigen um 4,4 Prozent angestiegen, während die 15- bis 24-Jährigen einen Anstieg von nur 0,4 Prozent verzeichneten.

RAV-Mitarbeiter am Anschlag

Auch wenn die Arbeitslosigkeit im letzten Monat nicht markant angestiegen ist, zeigen im Vergleich zum Vorjahr die Auswirkungen der Pandemie doch deutlich. Seit Januar 2020 sind knapp 50'000 Menschen arbeitslos geworden, was einem Anstieg von 40 Prozent entspricht.

Dies wirkt sich offenbar auf das Arbeitsklima bei den Arbeitslosenkassen und den RAV aus. «Wir bekommen fast täglich Mails von Menschen, die sich über unanständige Behandlung und einen inkorrekten Tonfall bei Beratungsgesprächen beklagen», so Zürcher. Er machte klar, dass dies nicht geduldet werde, wies aber daraufhin, dass die Arbeitsbelastung aktuell sehr hoch sei und alle Mitarbeitenden hohen Einsatz leisten würden.