Arbeitsmarkt

Trotz Pandemie: Schweizer Firmen schaffen Tausende neue Jobs

In der Pandemie haben die grössten Arbeitgeber der Schweiz die Zahl ihrer Arbeitsplätze weiter ausgebaut. Laut einer Umfrage am meisten neue Stellen geschaffen hat Coop. Grösste Jobabbauerin ist Manor.

Drucken
Teilen
Hat im ablaufenden Jahr unter dem Strich am meisten neue Stellen geschaffen: Der Schweizer Detailhändler Coop.

Hat im ablaufenden Jahr unter dem Strich am meisten neue Stellen geschaffen: Der Schweizer Detailhändler Coop.

Patrick Luethy

(sat) Grösster Jobmacher im ablaufenden Jahr war Coop. Der Schweizer Detailhändler hat unter dem Strich laut eigenen Angaben 1000 neuen Stellen geschaffen und beschäftigt Ende Jahr 35'890 Mitarbeitende. Das geht aus einer Umfrage der «SonntagsZeitung» hervor. Demnach haben in der Coronakrise auch die meisten anderen grossen Firmen im Detailhandel Jobs ausgebaut: Nämlich Fenaco – die Muttergesellschaft unter anderem von Volg und Landi –, Lidl, Aldi, Otto’s und Spar. Und auch von den zehn Firmen mit den meisten Arbeitsplätzen haben 2020 Credit Suisse (300), UBS (250), SBB (226) und Migros (64) neue Stellen geschaffen.

Zwar strichen etliche grosse und kleine Firmen in der Coronakrise Stellen – aber deutlich weniger als noch im Frühjahr befürchtet. Und so lag die Zahl der Beschäftigten im dritten Quartal am Ende gar höher als im vierten Quartal des Vorjahres, ruft die Zeitung in Erinnerung. Dazu beigetragen haben nebst dem Detailhandel auch Branchen, die von der Krise direkt oder indirekt profitierten wie der Pharma- und Chemiezulieferer Lonza. Dieser schuf in seinem Werk in Visp beispielsweise 500 Stellen. Dort wird unter anderem ein Teil des Impfstoffs von Moderna/Biontech hergestellt.

Swisscom, Swatch, Roche und Novartis bauen massiv ab

Als grösste Jobabbauerin sticht in der «SonntagsZeitung»-Umfrage die kriselnde Warenhauskette Manor hervor. Diese strich – noch vor Ausbruch der Coronapanedemie und dann in einer zweiten Abbaurunde im Sommer – unter dem Strich insgesamt 1200 Stellen. Manor kontrastiert damit deutlich im Vergleich zum Trend im übrigen Detailhandel.

Ebenfalls weiter Jobs abgebaut hat im Jahr 2020 der Staatsbetrieb Swisscom – nämlich 500 Stellen. Von den zehn übrigen Firmen mit den meisten Arbeitsplätzen in der Schweiz haben im ablaufenden Jahr Swatch Group (-500), Roche (-398), Post (-242) und Novartis (-200) Jobs abgebaut. Hunderte Stellen fielen zudem in der Flugbranche weg, die wegen der Pandemie abrupt in die Krise geriet.

Prognose 2021: Zahlreiche weitere neue Stellen geplant

Unter dem Strich bauten laut der Umfrage jedoch mehr Firmen Stellen auf denn ab. Und das Schweizer Jobwunder dürfte laut «SonntagsZeitung» im neuen Jahr weiter gehen. Zwanzig der neunzig befragten grossen Arbeitgeber wollen nämlich die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen. Nur neun stehen vor einem Stellenabbau.

Grösste Jobmacher im neuen Jahr werden demnach die Post, die in den kommenden Jahren mehrere hundert neue Arbeitsplätze schaffen will, Lonza, die in Visp weitere 500 Stellen schafft und der Detailhandel. Allein die Migros kündigt den Aufbau mehrerer Hundert neuer Stellen an, Fenaco plant die Schaffung von bis zu 300 Arbeitsplätzen. Bei Lidl kommen weitere rund 200 Jobs hinzu, Ähnliches plant Aldi.