Aussichten für den Schweizer Arbeitsmarkt bleiben trüb

Nach dem historischen Einbruch im Frühjahr hat sich der Schweizer Arbeitsmarkt zwar erholt. Für eine Entwarnung ist es aus Sicht der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) jedoch noch zu früh.

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Im Gastgewerbe fürchten viele Betriebe einen Stellenabbau in den nächsten drei Monaten. (Symbolbild)

Im Gastgewerbe fürchten viele Betriebe einen Stellenabbau in den nächsten drei Monaten. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Der KOF Beschäftigungsindikator setzt seine Erholung nach dem historischen Einbruch im zweiten Quartal 2020 fort. Damals lag er bei -20,5 Punkten. Mit einem Wert von -7,1 Punkten bleibt der Indikator jedoch auch im Oktober klar negativ, wie die KOF am Montag mitteilte. Besonders pessimistisch sind Unternehmen im Gastgewerbe, Grosshandel und in der Industrie.

Konkret bedeutet das: Es gibt weiterhin deutlich mehr Firmen, die Stellen abbauen als solche, die Jobs schaffen wollen. Nach Ansicht der Konjunkturforscher ist auch unklar, ob der positive Trend in den nächsten Monaten anhalten wird. Die Mehrheit der Unternehmen habe ihre Einschätzung nämlich in der ersten Oktoberhälfte, also vor den jüngsten Verschärfungen des Bundesrates abgegeben, betont die KOF.

Gross sind die Unterschiede zwischen den Branchen. Trotz einer leichten Erholung weist das Gastgewerbe mit einem Wert von -25.4 Punkten den mit Abstand tiefsten Wert auf. Viele Gastrobetriebe rechnen mit einem Stellenabbau in den nächsten drei Monaten. Schlecht sieht es auch im Grosshandel (-13.8 Punkte) und im Verarbeitenden Gewerbe (-13.6 Punkte) aus. Dagegen rechnet die Mehrheit der Firmen in der Versicherungsbranche mit zusätzlichen Stellen. Bei den übrigen Dienstleistungsbranchen liegt der Indikator nahe bei null.