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Glencore verkauft Problemmine Mopani

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über einen Verkauf von Glencores Kupfermine Mopani in Sambia spekuliert. Nun haben sich die involvierten Parteien offenbar auf einen Deal geeinigt.

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Blick auf die Mopani Copper Mines in Sambia.

Blick auf die Mopani Copper Mines in Sambia.

Waldo Swiegers/Bloomberg (Kitwe, 7. Oktober 2015)

(gr) Glencore hat einen Vertrag zum Verkauf seiner Kupfermine der Mopani Copper Mines in Sambia unterschrieben. Das teilte der Baarer Rohstoff- und Bergbaukonzern am Dienstag mit. Demnach wird Glencore seine gesamten Anteile an der Mine an ZCCM-IH übergeben, ein Kupferbergbauunternehmen, das zu einem Grossteil dem sambischen Staat gehört. Der Deal in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar soll innerhalb der nächsten drei Monate abgeschlossen werden. Bis ZCCM-IH die komplette Schuldensumme überwiesen hat, soll Glencore in Mopani exklusive Abnahmerechte behalten.

In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über einen Verkauf von Mopani spekuliert. Für Glencore hat sich die sambische Kupfermine zuletzt zu einem Problemfall entwickelt. Im vergangenen Jahr hatte der Baarer Konzern versucht, die Mine wegen tiefer Kupferpreise und den Auswirkungen durch die Coronakrise vorübergehend zu schliessen - und damit die sambische Regierung erzürnt, die daraufhin Glencore die Lizenz zum Kupferabbau entziehen wollte.

Ausserdem wurde Glencore im vergangenen Jahr dazu verpflichtet, die Familie eines Abgasopfers im Zusammenhang mit giftigen Ausstossen in den Mopani Copper Mines mit umgerechnet rund 65'000 Franken zu entschädigen - ein Präzedenzfall. Der Oberste Gerichtshof Sambias hatte die Berufung von Glencore gegen einen Entscheid der Vorinstanz abgewiesen und führte als Begründung «überwältigende Beweise» dafür an, dass Glencores Mine «über Jahre die Schwefeldioxid-Grenzwerte der Behörden missachtet und damit das Recht auf Leben einer ganzen Gemeinschaft gefährdet hat».