Betrug mit Coronakrediten: Bei CS gibt es nur wenige schwarze Schafe

Die Grossbank Credit Suisse hat bei den Coronakrediten nur ganz wenige Betrüge festgestellt. Das erstaunt selbst Verwaltungsratspräsident Urs Rohner.

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Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sieht die CS gut für die Zukunft aufgestellt.

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sieht die CS gut für die Zukunft aufgestellt.

Keystone

(rwa) Diese Woche war im Kanton Waadt ein grösserer Betrugsfall mit Coronakrediten des Bundes bekannt geworden. Das ist nicht der einzige. Im Kanton Zürich laufen bereits 30 Verfahren. Trotzdem dürfte Missbrauch relativ selten vorkommen. Darauf deuten zumindest Zahlen der Grossbank Credit Suisse hin. «Wir haben ganz wenige Betrüge festgestellt», sagte Urs Rohner in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Laut dem CS-Präsidenten sind bei 0,4 Prozent der 15'400 vergebenen Krediten Unregelmässigkeiten aufgetreten. Das wären rund 60 Fälle.

«Es sind erstaunlich wenige», gab sich der CS-Präsident selbst überrascht. Oft hätten Unternehmer ihre Umsatzzahlen geschönt, um mehr Geld zu erhalten. Dennoch sei jeder Fall falsch, stellte Rohner klar. Es dürfe kein Anreiz geben, sich Kredite zu erschleichen. «Jeder einzelne Fall wird verfolgt.»

Insgesamt hat die Credit Suisse Kredite in der Höhe von 2,8 Milliarden Franken vergeben – knapp 80 Prozent an kleinere Betriebe, die weniger als 500'000 Franken erhielten. Das Ausfallrisiko für die Credit Suisse belaufe sich auf 90 Millionen Franken. Für den Rest bürgt der Bund.

CS-Präsident Rohner versicherte, die Banken würden nicht an den Coronakrediten verdienen. «Wir dürfen keinen Gewinn machen, das haben wir gleich zu Beginn gesagt.» Die eigene Bank sieht Rohner gut gerüstet. Bereits im ersten Quartal habe die CS eine Milliarde Franken zurückgestellt.