Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Rohstoffgigant Glencore

Glencore sei heute von der Schweizerischen Bundesanwaltschaft darüber informiert worden, dass sie eine strafrechtliche Untersuchung gegen den Rohstoffkonzern eingeleitet habe.

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Der Hauptsitz von Glencore in Baar (ZG). Das Unternehmen ist der weltweit grösste Rohstoffkonzern.

Der Hauptsitz von Glencore in Baar (ZG). Das Unternehmen ist der weltweit grösste Rohstoffkonzern.

Urs Flueeler / AP

(dpo) Glencore habe es versäumt, die organisatorischen Massnahmen zur Verhinderung von mutmasslicher Korruption in der Demokratischen Republik Kongo zu ergreifen, heisst es in einem Communiqué des Rohstoffhändlers. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, werde Glencore bei den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft kooperieren.

Auf Anfrage von CH Media schreibt die Bundesanwaltschaft (BA), dass sich das Strafverfahren gegen die Glencore International AG wegen des «Verdachts der Strafbarkeit des Unternehmens» richtet. Über den zeitlichen Rahmen oder Verlauf des Strafverfahrens könne die BA keine Prognosen machen. Weiter betont die Bundesanwaltschaft, dass für sämtliche Verfahrensbeteiligten die Unschuldsvermutung gelte. Weitere Angaben zum Strafverfahren mache die zurzeit nicht.

Weiteres Strafverfahren gegen «unbekannte Täterschaft»

Die BA erwähnt in ihrer Stellungnahme zudem, dass sie bereits Anfang Mai 2019 nach umfangreichen Abklärungen und Prüfung einer im Dezember 2017 eingegangen Strafanzeige, in der Rohstoff-Thematik ein Strafverfahren «wegen des Verdachts auf Bestechung fremder Amtsträger» eröffnet habe. Dieses Strafverfahren werde gegen «unbekannte Täterschaft» geführt und nicht gegen «bestimmte natürliche und/oder juristische Personen», so die BA weiter.

Die Strafanzeige von 2017, auf die sich die BA in ihrer Stellungnahme bezieht, hatte Public Eye eingereicht. Die Nichtregierungsorganisation wirft Glencore vor, sie habe zu «Spottpreisen substanzielle Anteile an Kupfer- und Kobaltminen gekauft, deren Wert in die Milliarden Dollar» gehe.