Bundesanwaltschaft zieht Hans Ziegler wegen Insiderhandel vor Gericht

Er hatte den Ruf als Obersanierer der Schweizer Firmen: Nun erhebt die Bundesanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen Hans Ziegler. Auch gegen einen weiteren Beschuldigten läuft ein Verfahren.

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Hans Ziegler sass in mehreren Verwaltungsräten.

Hans Ziegler sass in mehreren Verwaltungsräten.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

(mg) Es sind happige Vorwürfe: Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft Hans Ziegler mehrfachen Verrat des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses, mehrfachen wirtschaftlichen Nachrichtendienst als schweren Fall, Sich bestechen lassen sowie mehrfaches Ausnützen von Insiderinformationen vor. Das schreibt sie in einer Mitteilung vom Donnerstag. Auch gegen einen zweiten Beschuldigten wird ermittelt. Dort unter anderem, weil dieser das Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnis mehrfach ausgenützt habe.

Ziegler sass in mehreren Verwaltungsräten und hatte den Ruf als «Obersanierer der Schweizer Firmenlandschaft». Die BA hatte die Ermittlungen gegen ihn im April 2016 wegen einer Anzeige der Finanzmarktaufsicht (Finma) aufgenommen. Damals wegen des Verdachts auf Ausnützen von Insiderinformationen. Anschliessend wurde das Verfahren noch ausgeweitet. Um neue Straftatbestände und den weiteren Beschuldigten.

Zwei Millionen Franken Gewinn

Nun erhebt die BA Anklage, weil «Hans Ziegler als Verwaltungsrat einer Gesellschaft im Zeitraum zwischen Ende 2013 und November 2016 mehrfach Geschäftsgeheimnisse an den zweiten Beschuldigten verriet, zu deren Bekanntgabe er nicht befugt war», wie es in der Medienmitteilung heisst. Dabei gehe es hauptsächlich um den Verkauf einer ausländischen Tochtergesellschaft an eine ebenfalls ausländische Kaufinteressentin, deren Berater der zweite Beschuldigte war. Der Vorwurf des Sich-Bestechen-Lassens ist laut Mitteilung darin begründet, «dass Hans Ziegler nach Abschluss der Verkaufstransaktion für die erfolgte Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen eine in Aussicht gestellte Entschädigung in der Höhe von 150'000 Franken einforderte».

Ebenfalls wird Ziegler vorgeworfen, «dass er als Verwaltungsrat von vier börsenkotierten Unternehmen sowie als Senior Advisor von zwei Beratungsgesellschaften mehrfach Insiderinformationen für Handelsgeschäfte mit Effekten von insgesamt elf Gesellschaften ausnützte.» Dabei geht es um viel Geld. Durch diese Infos soll Ziegler «für sich und zwei ihm zuzurechnende juristische Personen einen Gewinn von knapp 2 Millionen Franken» realisiert haben.

Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.