Cervelats und Bratwürste waren in der Krise Trumpf – nun normalisiert sich der Fleischmarkt

Drei Millionen Franken vom Bund, ein starker Anstieg der Nachfrage im Detailhandel und das Zurückhalten von Schlachtvieh durch die Bauern haben den Fleischmarkt gerettet. Nun muss wieder importiert werden.

Drucken
Teilen
Während des Lockdowns griffen die Schweizer wieder vermehrt zum Cervelat.

Während des Lockdowns griffen die Schweizer wieder vermehrt zum Cervelat.

Keystone

(wap) Die Fleischbranche gibt Entwarnung: Es sei gelungen, Preiseinbrüche zu verhindern, meldete die Branchenorganisation ProViande am Mittwoch. Noch Ende März habe man befürchtet, dass die Preise für Schlachtvieh ins Bodenlose sinken würden. Dann aber hätten die Massnahmen der Branche gegriffen: Zum einen begannen die Bauern, ihr Vieh zurückzuhalten. Die Zahl der Kuhschlachtungen sank im April auf 48 Prozent des Vorjahresniveaus.

Zusätzlich erhielten die Fleischproduzenten vom Bund drei Millionen Franken, um Kalb-, Rind- und Gitzifleisch ausserplanmässig einzulagern. Ausserdem stoppte die Branche die Importe: Die Einfuhr der Anfang März noch freigegebenen Importmengen sei  vorübergehend ausgesetzt worden, so Pro Viande.

Dann stieg der Absatz im Detailhandel. Die Schweizer kauften Cervelat und Bratwürste, aber auch viel Hackfleisch. Die Nachfrage nach Rindfleisch im Detailhandel stieg im April um 40 Prozent. Ende April zogen die Schlachtfleischpreise wieder an. Nun droht auf dem Markt sogar eine Überhitzung. Die Branche hat deshalb wieder Importe beantragt. Proviande ruft die Bauern nun dazu auf, das zurückgehaltene Vieh nun auf den Markt zu bringen.