CORONAKRISE
MEM-Industrie hofft auf weitere Erholung – aber «Unsicherheit weiterhin hoch»

Die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie litt 2020 unter den Folgen der Coronapandemie. Der Branchenverband Swissmem hofft nun auf eine Erholung und stellt einige weitreichende Forderungen.

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Die MEM-Industrie befindet sich laut Swissmem in einem Zustand «zwischen Hoffen und Bangen». (Symbolbild)

Die MEM-Industrie befindet sich laut Swissmem in einem Zustand «zwischen Hoffen und Bangen». (Symbolbild)

Keystone

(dpo/frh) Im Vergleich zu 2019 verzeichnete die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) in allen Bereichen negative Entwicklungen: Bei den Auftragseingängen (-6,5 Prozent), Umsätzen (-9,8 Prozent) und Exporten (-11,2 Prozent). Dies schreibt der Branchenverband Swissmem in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Nach einem Einbruch im zweiten Quartal folgte in Zusammenhang mit den weltweiten Lockerungen der Coronamassnahmen allmählich eine Erholung. So hätten etwa im Schlussquartal die Auftragseingänge fast wieder das Niveau von 2019 erreicht. Gemäss Swissmem bestehen «ermutigende Anzeichen», dass sich die Erholung auch 2021 fortsetzt.

Frankenstärke und Handelskonflikte dämpfen Hoffnung

Gleichzeitig befinde sich die MEM-Industrie in einem Zustand «zwischen Hoffen und Bangen», wie Stefan Brupbacher, Direktor der Swissmem, an einer Online-Medienkonferenz sagte.

«Die Unsicherheit ist weiterhin hoch.»

So bestehe immer noch die Möglichkeit einer dritten Pandemiewelle, die zu einem erneuten Einbruch führen würde. Aber auch die Frankenstärke, Handelskonflikte und das ungeklärte Verhältnis zu Europa würden dem Verband Kopfzerbrechen bereiten, wie Brupbacher ausführte. Deshalb sei auch der Bundesrat gefordert, möglichst zeitnah eine Einigung im Rahmenabkommen zu erreichen.

Damit sich die Branche nachhaltig erholen könne, fordert Swissmem eine «rasche, flächendeckende Impfkampagne, genügend Testkapazitäten sowie international anerkannte, fälschungssichere Impfatteste». Diese Punkte machte an der Medienkonferenz auch Martin Hirzel, seit Anfang Jahr neuer Präsident von Swissmem, noch einmal deutlich. Zudem spricht sich der Verband für eine Erhöhung der maximalen Bezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung auf 24 Monate aus. «Die Firmen brauchen Planungssicherheit, um Entlassungen vermeiden zu können», betonte Hirzel.

Dass in den kommenden Monaten eine Konkurswelle droht, glaubt Hirzel indes nicht. «Die Schweizer MEM-Industrie ist es sich gewohnt, volatil zu managen und Krisen zu überstehen.»