Corona-Hilfen
Hilfsgelder in Millionenhöhe wären zum Bund zurückgeflossen: Steuerverwaltung ändert Praxis

Weil die Corona-Entschädigungen als Subventionen klassiert wurden, wäre ein Teil der Gelder via Steuern wieder zurück an den Bund geflossen. Nun will die Steuerverwaltung die Praxis ändern.

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Unternehmen müssen den Vorsteuerabzug nicht mehr kürzen, wenn sie Coronahilfen erhalten.

Unternehmen müssen den Vorsteuerabzug nicht mehr kürzen, wenn sie Coronahilfen erhalten.

Keystone

(agl) Weil sie als Subventionen klassiert sind, könnten die Covid-Abfederungsmassnahmen «deutliche Kürzungen des Vorsteuerabzugs» für die Unternehmen bedeuten, schreibt das Finanzdepartement in einer Mitteilung. Denn der Vorsteuerabzug, den Unternehmen für die angefallene Mehrwertsteuer geltend machen können, wird gekürzt, wenn die Firma Subventionen erhält. Ein Teil der Härtefallgelder und Ausfallentschädigungen wäre also via Steuern zurück an den Bund geflossen.

Dies sorgte offenbar nicht nur bei den Unternehmen für Kritik, wie die Tamedia-Zeitungen am Donnerstag berichteten. So habe der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker beim Bund interveniert, weil dadurch auch der Kostenverteiler zwischen Bund und Kantonen verändert werde.

Die Kritik zeigte Wirkung. Wie es in der Mitteilung des Bundes weiter heisst, will die Eidgenössische Steuerverwaltung die Praxis beim Vorsteuerabzug ändern und damit für eine «Erleichterung zu Gunsten von Unternehmen» sorgen. Steuerpflichtige Unternehmen, die Covid-19-Beiträge erhalten, sollen künftig keine Kürzung des Vorsteuerabzugs auf dem Warenaufwand und auf den Investitionen mehr vornehmen müssen.