Coronavirus
Wirtschaftsverbände präsentieren Exit-Plan mit vier Phasen

Raus aus dem Lockdown: Die Wirtschaftsverbände haben einen Corona-Lockerungsfahrplan mit vier Stufen vorgestellt. Die ersten Lockerungen sollen per 1. März erfolgen.

André Bissegger
Drucken
Teilen
Die Schweizer Wirtschaftsverbände haben einen Exit-Plan vorgelegt. Dieser hängt von den Impfungen ab.

Die Schweizer Wirtschaftsverbände haben einen Exit-Plan vorgelegt. Dieser hängt von den Impfungen ab.

Keystone

Der Schweizer Arbeitgeberverband und Economiesuisse fordern einen Paradigmenwechsel: Statt die Pandemie mit harten und teilweise willkürlichen Verboten zu bekämpfen, müsse in Zukunft prinzipienbasiert entschieden und vermehrt auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung gesetzt werden. Das schreiben die Verbände in einem Konzept, über das die «NZZ am Sonntag» zuerst berichtete und das «CH Media» vorliegt.

«Die Bevölkerung und die Wirtschaft brauchen dringend eine verlässliche Perspektive», steht im Konzept, denn die Menschen seien coronamüde. Konkret präsentieren die Verbände eine Exit-Strategie in vier Phasen. Dabei ist der Durchimpfungsgrad der Bevölkerung ein wesentlicher Indikator.

Erste Lockerungen per 1. März

Bis die Risikogruppen geimpft sind, sollen Tätigkeiten mit einer geringen Ansteckungsgefahr erlaubt werden. Dazu zählen etwa Tätigkeiten im Freien wie Sport ohne Körperkontakt oder Gastronomie im Aussenbereich. Oder Tätigkeiten mit Schutzkonzepten und bei denen Masken getragen werden. Die Verbände denken hier an Läden für den nichtalltäglichen Bedarf, Zoos oder Museen. Zudem soll aus der Homeoffice-Pflicht wieder eine Empfehlung werden. Dieser Schritt soll per 1. März erfolgen. «Die ak­tuelle epidemiologische Lage erlaubt diesen Schritt», sagt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, in der «NZZ am Sonntag».

Sobald die Risikogruppen geimpft sind, folgt Schritt zwei mit stärkeren Öffnungen: Jetzt würde man Aktivitäten mit moderatem Ansteckungsrisiko und geringer Durchmischung wie­der zulassen. Damit könnten beispielsweise Restaurants, Kinos oder Fitnesscenter mit Schutzkonzepten wieder öffnen. Auch allgemeiner Sport im Freien wäre dann wieder erlaubt. «Von diesem Zeitpunkt an können auch vorübergehend höhere Fallzahlen akzeptiert werden, und es kann stärker an die Selbstverantwortung appelliert werden», steht im Konzept.

Privilegien für Geimpfte

Der dritte Schritt wird dann eingeleitet, sobald genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Geimpfte, immune und negativ getestete Personen erhalten Zutritt zu Anlässen jeder Art – also Grossanlässe wie Eishockey-Spiele oder Konzerte, Messen, Club- oder Barbesuche wären dank Impfausweis oder Test ohne Einschränkung möglich. Zudem soll dann die Reisebeschränkung aufgehoben werden. Ist die Durchimpfung der Bevölkerung ausreichend, werden in der vierten Phase alle Beschränkungen aufgehoben.

Die Verbände fordern nun, dass der Bund sein Krisenmanagement möglichst rasch evaluiert und anpasst. Zudem müsse die Schweiz sofort einen sicheren Impfausweis schaffen: «Personen, die geimpft sind, müssen dies eindeutig nachweisen können», heisst es weiter.