Nachwehen der Beschattungsaffäre: CS kürzt Ex-Chef Thiam den Bonus

Der zurückgetretene CEO Tidjane Thiam erhält für sein letztes Jahr bei der Credit Suisse 15 Prozent weniger Geld als bisher: Die Bank hat seine «nicht-finanzielle Leistung» heruntergestuft.

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Die Credit Suisse hat 2019 Negativschlagzeilen gemacht. Für den früheren CEO Tidjane Thiam hat das eine Lohneinbusse zur Folge.

Die Credit Suisse hat 2019 Negativschlagzeilen gemacht. Für den früheren CEO Tidjane Thiam hat das eine Lohneinbusse zur Folge. 

Keystone

(wap) Der ehemalige CS-CEO Tidjane Thiam erhält für sein letztes Jahr 10,7 Millionen Franken, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund dafür ist eine Kürzung seines «Non Financial Assessment Score» um 50 Prozent. Dieser bewertet Leistung, die sich nicht unmittelbar in den Finanzzahlen widerspiegelt. Im Vorjahr hatte Thiam noch 100 Prozent erreicht. 

Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, steht die Kürzung im Zusammenhang mit der Beschattungsaffäre. Thiam habe die Verantwortung übernommen und die Kürzung akzeptiert, heisst es im Geschäftsbericht. Er werde trotz der Vorkommnisse als «Good Leaver», das heisst als «guter Abgänger» behandelt. 

Die Kürzung zeige, dass bei der CS jeder einzelne Mitarbeiter angehalten sei, höchste professionelle Standards einzuhalten, heisst es weiter. Insgesamt habe die Beschattungsaffäre zwar einen Reputationsschaden, aber keine finanziellen Einbussen für die Aktionäre zur Folge. 

Gleich viel Lohn wie im Vorjahr erhält Verwaltungsratspräsident Urs Rohner. Seine Leistung wird mit 4,7 Millionen Franken vergütet. Rohner will sich bei der nächsten Generalversammlung ein letztes Mal zur Wahl stellen.