Cyberattacke auf Brugg Group: Täter verschlüsseln Daten auf Firmenservern

Der Industriekonzern Brugg Group ist Opfer eines Cyberangriffs geworden: Unbekannte haben Daten auf Computersystemen des Unternehmens verschlüsselt. Als Sofortmassnahme wurden alle IT-Systeme heruntergefahren - die Täter fordern Geld, damit die Daten entschlüsselt werden.

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Bisher unbekannte Täter haben Daten auf den IT-Systemen der Brugg Group verschlüsselt. (Symbolbild)

Bisher unbekannte Täter haben Daten auf den IT-Systemen der Brugg Group verschlüsselt. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Vor fünf Tagen, am vergangenen Donnerstag, ist die Brugg Group Opfer eines Cyberangriffs geworden. Bisher unbekannte Täter haben laut einer Mitteilung des Unternehmens «vereinzelt Daten auf einigen IT-Systemen der Brugg Group verschlüsselt». Der international tätige Konzern mit Sitz in Brugg (AG), der auf Kabelsysteme, Seiltechnik, Rohrsysteme und Prozessleittechnik spezialisiert ist, reagierte umgehend. «Als Sofortmassnahme wurden sämtliche IT-Systeme der ganzen Gruppe heruntergefahren», schreibt die Firma.

Die Brugg Group sei auf ein solches Szenario vorbereitet und habe sofort eine Taskforce mit internen und externen IT- und Forensik-Experten eingesetzt, die aktuell eine gründliche Untersuchung des Vorfalls vornehmen. «Unsere Spezialisten arbeiten mit Hochdruck daran, die IT-Störung schnellstmöglich zu beheben», versichert das Unternehmen. Parallel dazu wurden die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet sowie eine Strafanzeige erstattet. Es erfolgte zudem Meldung an die jeweils zuständigen Datenschutzbehörden im In- und Ausland.

Täter fordern Geld für Entschlüsselung

Mediensprecherin Patricia Iten sagt auf Nachfrage der Aargauer Zeitung: «Wir können bestätigen, dass die Täter eine Geldforderung gestellt haben». Diese Form der Erpressung ist bei solchen Cyberattacken üblich - zahlt das Unternehmen, werden die Daten wieder freigegeben. Wie hoch die Geldforderung ist und ob die Brugg Group diese bezahlt hat, lässt die Sprecherin offen. «Aktuell können wir dazu keine weiteren Informationen geben», teilt Iten mit. Für die BRUGG Group liege die oberste Priorität aktuell darin, den normalen Geschäftsbetrieb wiederherzustellen. «Gemeinsam mit unseren internen sowie externen IT-Experten arbeiten wir aktuell mit Hochdruck daran, sämtliche Auswirkungen dieses Cyberangriffs zu identifizieren».

Fabrikation läuft trotz Attacke weiter

Die Fabrikationsbetriebe im In- und Ausland konnten trotz der Cyberattacke normal weiterbetrieben werden. «Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen werden die IT-Systeme nun schrittweise wieder hochgefahren», teilt die Brugg Group weiter mit. Der Schutz der Kunden und ihrer Daten habe für das Unternehmen höchste Priorität. Die von der Brugg Group gehosteten Cloud-Systeme von Kunden seien nicht vom Cyberangriff betroffen und würden weiter betrieben.