Datenklau in Peter Spuhlers Firma Stadler: Cyberangriff auf IT-Netzwerk des Thurgauer Schienenfahrzeugherstellers +++ Anzeige erstattet

Das IT-Netzwerk des Ostschweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler ist mit Schadsoftware angegriffen worden. Dank rascher Reaktion der IT und vollständig vorhandener Backup-Daten sei der Betrieb des Unternehmens gewährleistet. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft ermittelt.

Thomas Griesser Kym
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Peter Spuhlers Firma Stadler Rail ist Ziel einer Cyberattacke geworden und wird erpresst.

Peter Spuhlers Firma Stadler Rail ist Ziel einer Cyberattacke geworden und wird erpresst.

Bild: Urs Bucher

Das IT-Netzwerk des Schienenfahrzeugbauers Stadler ist mit Schadsoftware attackiert worden. Dabei ist es «mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Datenabfluss noch nicht bekannten Ausmasses gekommen», wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Bussnang am Donnerstagabend mitteilte. Stadler geht von «einer professionellen Attacke» aus. Das Unternehmen schreibt:

«Die unbekannte Täterschaft versucht, Stadler unter Forderung hoher Geldbeträge zu erpressen und mit der möglichen Veröffentlichung von Daten unter Druck zu setzen, um dem Unternehmen und damit auch seinen Mitarbeitenden zu schaden.»

Über den mutmasslichen Datenklau, die Höhe der Geldforderung, wie man damit umgehe oder weitere Details kann und darf sich Stadler-Sprecherin Marina Winder mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äussern. Sie sagt:

«Wir haben Anzeige erstattet und die Thurgauer Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Diese hat eine Untersuchung eröffnet.»

Und: «Von der Cyberattacke ist die ganze Gruppe betroffen», also auch die vielen anderen Standorte in der Schweiz und im Ausland. Man prüfe nun, ob man auch in anderen Ländern Anzeige erstatte. In der Schweiz hat Stadler auch Standorte in Altenrhein, St.Margrethen, Erlen, Winterthur, Wallisellen und Biel.

Fabrikation und Service sind gewährleistet

Wie Winder sagt, hat das Unternehmen umgehend die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen eingeleitet, nachdem interne Überwachungsdienste den Angriff festgestellt hatten. Man habe externe Spezialisten beigezogen und die Behörden involviert. Stadlers Betrieb läuft laut Winder nach Unterbrüchen wieder normal:

«Unsere IT hat rasch und professionell reagiert, und die Backup-Daten des Unternehmens sind vollumfänglich vorhanden und funktionsfähig.»

Stand Donnerstagabend wurden alle beeinträchtigten Systeme wieder hochgefahren. «Trotz Coronapandemie und Cyberangriff ist die Weiterführung der Produktion neuer Züge sowie der Servicedienstleistungen von Stadler gewährleistet», betont das Unternehmen.