Denkfabrik Avenir Suisse will trotz der Krise Handel stärken und mehr Freihandel

Geht es nach Avenir Suisse, soll die Schweiz angesichts der aktuellen Krise den Handel mit anderen Ländern ausbauen statt einschränken. Den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen, sei unnütz.

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Die Schweizer Landwirtschaft produziert einen grossen Teil der in der Schweiz benötigten Lebensmittel. Dafür importiert sie aber Hilfsgüter wie Dünger aus dem Ausland. (Symbolbild)

Die Schweizer Landwirtschaft produziert einen grossen Teil der in der Schweiz benötigten Lebensmittel. Dafür importiert sie aber Hilfsgüter wie Dünger aus dem Ausland. (Symbolbild)

Keystone

(gb.) Laut Avenir Suisse gibt es in der Schweiz vermehrt Stimmen, die eine Rückkehr zu mehr inländischer Produktion und weniger Abhängigkeiten zum Ausland fordern – nach dem Motto «Switzerland First». Diesen Kräften stellt sich die liberale Denkfabrik Avenir Suisse mit einem neuen Wirtschaftspapier entgegen. Die Schweiz sei ein stark globalisiertes Land und verdanke ihren Wohlstand dem internationalen Handel, rief Direktor Peter Grünenfelder am Montag an einer Telefonkonferenz in Erinnerung.

Weshalb die Fokussierung auf eine erhöhte inländische Produktion nicht zielführend sei, zeigt sich nach Ansicht von Avenir Suisse beim Selbstversorgungsgrad. Dieser liegt hierzulande bei 59 Prozent. Übersetzt heisst das: Etwas mehr als die Hälfte aller Kalorien zur Versorgung der Bevölkerung stammt aus der Schweiz.

Angesichts der leeren Supermarkt-Regale sei plötzlich die Forderung aufgekommen, die Schweiz müsse mehr Lebensmittel selber produzieren, sagte Patrick Dümmler, Co-Autor des Papiers. Für die Produktion sei die Landwirtschaft aber zu einem grossen Teil auf ausländische Hilfsgüter wie Dünger und Tierfutter angewiesen. Laut Dümmler werden etwa fast 100 Prozent aller Mastküken aus dem Ausland importiert. Eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrades würde deshalb automatisch mehr Importe und eine grössere Abhängigkeit vom Ausland bedeuten.

Für Avenir Suisse steht deshalb nicht der Grad der Selbstversorgung im Zentrum, sondern die Versorgungssicherheit. Dies erreiche die Schweiz, indem sie ihre Güter von möglichst verschiedenen Bezugsquellen beziehe und weitere Freihandelsabkommen abschliesse.