Kommentar

Die LUKB wagt sich mit ihrer neuen Strategie weit vor

Weil es im Kanton Luzern fast nichts mehr zu holen gibt, muss sich die LUKB ihre Wachstumshoffnungen auswärts erfüllen.

Gregory Remez
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Gregory Remez, Stv. Ressortleiter Wirtschaft

Gregory Remez, Stv. Ressortleiter Wirtschaft

Bild: Manuela Jans-Koch

Die Luzerner Kantonalbank steuert ungeachtet der gegenwärtigen Krise auf ein Spitzenjahr zu. Unter dem Strich schrieb sie in den ersten neun Monaten mehr Gewinn als im Vorjahr und erreichte somit noch vor Ablauf der aktuellen Strategieperiode ihr Gewinnziel von kumuliert 950Millionen Franken. Für die neue Strategieperiode 2021 bis 2025 legt das Finanzinstitut nun noch eine Schippe drauf und will über einen Zeitraum von fünf Jahren erstmals über eine Milliarde Franken erwirtschaften.

Wie sie das ehrgeizige Ziel erreichen will, liess die LUKB-Führung am Dienstag durchblicken. Die Pläne sind nicht ohne Risiko. Denn weil die Margen im klassischen Retailbanking zunehmend verdunsten, muss sich das Luzerner Institut neue Ertragsfelder suchen – und wagt sich dabei immer weiter über die Grenzen ihres Einzugsgebietes vor. Beispielsweise sollen im Kommissionsgeschäft Private-Banking-Kunden von ausserhalb des Kantons Wachstum bringen. Um die Wertschöpfung im Immobiliengeschäft zu vergrössern, hat sich die LUKB zudem an der Zuger Immobilienfirma Fundamenta beteiligt, die in der ganzen Schweiz sowie in Deutschland aktiv ist.

Der Grundgedanke dahinter ist klar: Weil es im Kanton Luzern fast nichts mehr zu holen gibt, muss sich die LUKB ihre Wachstumshoffnungen auswärts erfüllen. Ob sich diese Strategie am Ende bezahlt macht, hängt nicht zuletzt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab und wie sich die Risiken für Kreditausfälle entwickeln. Noch stehen die Signale auf Grün.