Die Schweizer Unternehmen wälzen in der Coronakrise zunehmend neue Sorgen

Die wirtschaftliche Lage in der Schweiz verschlechtert sich immer mehr und die Kosten der Krise steigen weiter an. Das zeigt eine zweite Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse in allen Landesteilen.

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In der Coronakrise leidet der internationale Handel und darunter leiden auch der Import und Export in der Schweiz. (Symbolbild)

In der Coronakrise leidet der internationale Handel und darunter leiden auch der Import und Export in der Schweiz. (Symbolbild)

Gaetan Bally / Keystone

(sat) Konkret erwähnten 85 Prozent der Befragten, dass sich die Situation in ihrer Branche seit der ersten Umfrage vor drei Wochen verschlechtert habe. Unter der Coronakrise leiden demnach einerseits viele Firmen, die in internationale Wertschöpfungsketten integriert sind. Und zwar weil sich Produktionsstopps bei Zulieferern oder Abnehmern bemerkbar machen, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht. Andererseits trifft die Krise auf nationaler Ebene Zulieferer der geschlossenen Geschäfte der Gastro- oder Eventbranche besonders hart.

Zudem zeigt die von Economiesuisse in der zweiten Ausgabe nun gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Auftrag gegebene Umfrage: Sekundäreffekte in nicht unmittelbar betroffenen Bereichen nehmen nun zu. Konkret tätigen viele Firmen laut der Umfrage momentan nur noch absolut notwendige Ausgaben. Investitionen in neue Anlagen oder Bauten, nicht zwingend betriebsnotwendige Projekte oder Marketingaktivitäten sowie Werbung oder Beratermandate würden aufgeschoben oder sistiert. Das zeige, dass schrittweise Lockerungen des Bundes «absolut angebracht» seien, halten die Studienauftraggeber fest.

Weniger Unternehmen planen Entlassungen

Laut der Umfrage gehen die Unternehmen davon aus, dass sich die Situation erst in sechs bis sieben Monaten normalisieren wird. Dabei zeichne sich bereits jetzt eine Verschiebung der Probleme ab. Während zu Beginn der Coronakrise der Bezug von Vorprodukten das Hauptproblem war, würden den befragten Unternehmen schon bald Nachfrageausfälle im In- und Ausland die grössten Sorgen bereiten. Laut der Umfrage erwarten 70 Prozent der Branchen in den nächsten zwei Monaten Absatzschwierigkeiten im Inland. Und 58 Prozent der antwortenden Exportunternehmen erwarten Absatzschwierigkeiten im Ausland.

Erfreulicherweise zeigen die Antworten von Branchenverbänden und Unternehmen laut der Medienmitteilung, dass die Massnahmen des Bundesrates vom 20. März «Wirkung zeigen». Die Angst vor zukünftigen Liquiditätsproblemen habe «bereits deutlich abgenommen». So sei der Anteil der Unternehmen, bei denen Entlassungen erwartet werden, im Vergleich zur ersten Umfrage von 30 auf 17 Prozent gesunken.