Schweizer Volkswirtschaft erlebt den stärksten Einbruch seit 1975

Das Bruttoinlandprodukt geht um -6,7 Prozent zurück, die Arbeitslosigkeit steigt 2021 auf 4,1 Prozent. Das sind die jüngsten Prognosen der Experten des Bundes.

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Im nächsten Jahr könnte fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer den Gang aufs RAV antreten müssen.

Im nächsten Jahr könnte fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer den Gang aufs RAV antreten müssen.

(wap) Die Expertengruppe Konjunkturprognosen hat am Donnerstag ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Schweiz veröffentlicht. Demnach ist in diesem Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 6,7 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent zu rechnen.

Das wäre der grösste Einbruch seit 1975. 2021 werde das BIP wieder wachsen, und zwar um 5,2 Prozent. Dies sei ein «relativ langsamen Anstieg, ausgehend von einem sehr tiefen Niveau», schreiben die Experten. Auch 2021 werde der Stand von 2019 nicht erreicht. Verbunden ist das mit einer noch höheren Arbeitslosenquote. Sie wird 2021 auf 4,1 Prozent ansteigen.

Die wirtschaftliche Entwicklung sei nun stark vom weiteren Verlauf der Coronapandemie abhängig. Bei einer zweiten Welle werde sie schlechter verlaufen als prognostiziert, schreiben die Forscher. Auch gebe es weitere Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit der starken zusätzlichen Verschuldung von Unternehmen und Staaten. Komme es zu Zahlungsausfällen, sei die Stabilität des gesamten Finanzsystems in Frage gestellt. In der Schweiz steige ausserdem das Risiko von Korrekturen im Immobiliensektor.