Dritte Impfung
Moderna-Chef: «Jüngere werden später geimpft»

Ob jüngere Erwachsene eine Auffrischimpfung brauchen, ist laut Moderna-Vize Cesar Sanz Rodriguez noch nicht abschliessend geklärt. Auch wie gut die Impfung gegen neue Varianten schütze, sei noch offen.

Peter Walthard
Drucken
Teilen
Lonza-Standort in Visp: Auch der Stoff für den Booster von Moderna wird hier produziert.

Lonza-Standort in Visp: Auch der Stoff für den Booster von Moderna wird hier produziert.

Keystone

Er gehe davon aus, dass die Auffrischimpfung zu einem späteren Zeitpunkt auch Jüngeren zur Verfügung stehen werde, sagt Moderna-Vizepräsident Cesar Sanz Rodriguez in einem am Mittwoch erschienen Interview mit dem «Blick»: «Wir müssen noch mehr Studien durchführen, um herauszufinden, ob jüngere Menschen einen Booster brauchen.» Eine Rolle spiele dabei auch die generelle Entwicklung der Pandemie, so Sanz Rodriguez. Wie gut die Impfung gegen neue Varianten schützen werde, sei aber noch nicht klar.

Zugelassen ist die Impfung von der Arzneimittelbehörde Swissmedic für Personen ab 12 Jahren. Die Eidgenössische Impfkommission EKIF hat aber nur für Personen über 65 Jahren eine Empfehlung ausgesprochen. EKIF-Präsident Christoph Berger begründete dies am Dienstag in der SRF-Sendung «10 vor 10» damit, dass die dritte Impfung nicht dazu dienen dürfe, die Gültigkeit des Zertifikats zu verlängern.

Dieses werde mit dem Booster auf Null gestellt und sei danach wieder volle 12 Monate gültig, so Berger weiter – und widersprach damit Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit. Dieser hatte gleichentags an der Medienkonferenz des Bundes gesagt, die Auffrischimpfung habe keinen Einfluss auf die Gültigkeitsdauer des Zertifikats, auch eine Verlängerung für Doppeltgeimpfte sei eine Option.

Pro Senectute kritisiert Alterslimite

Für Jüngere ist der Booster nur in Absprache mit dem Arzt eine Option. Gegenüber Radio SRF erklärte der Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte Rudolf Hauri in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview: «Zurzeit sieht es so aus, dass Jüngere die Booster-Impfung nicht brauchen, deshalb sehen wir auch keinen Grund, entsprechende Forderungen zu stellen.» Kritik an dieser Haltung übt die Pro Senectute. «Es geht um alle Menschen die besonders geschützt werden müssen, das geht ab 50 los», so deren Sprecher Peter Burri in der gleichen Sendung.

Produziert wird der Stoff für die dritte Dosis Moderna in der Schweiz. «Wir produzieren den Booster in Visp», bestätigte Cesar Sanz Rodriguez im Interview mit dem Blick. Auch die Dosen für die Auffrischimpfungen in anderen Ländern werde im Wallis produziert.

Aktuelle Nachrichten