Mercosur: Freier Handel mit Südamerika wird Umwelt nur gering belasten

Zwei Studien des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) und von Agroscope zeigen, dass sich das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten kaum negativ auf die Umwelt und die Landwirtschaft auswirken wird.

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Die indigene Bevölkerung Brasiliens kämpfte dafür, dass das Handelsabkommen keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. (Symbolbild)

Die indigene Bevölkerung Brasiliens kämpfte dafür, dass das Handelsabkommen keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Ziel der beiden Studien war es, die Auswirkungen des Freihandelsabkommens zwischen den EFTA-Staaten (Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Island) und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay) vom August 2019 zu simulieren. Wie das Seco am Dienstag mitteilte, dürften die Auswirkungen der bilateralen Handelsströme mit den südamerikanischen Staaten sowohl auf die Umwelt als auch auf die Agrarwirtschaft gering ausfallen.

So würden die Treibhausgasemissionen und die Luftverschmutzung in der Schweiz bis 2040 um 0,1 respektive um 0,2 Prozent minim ansteigen. Global würden sie jedoch mehrheitlich unverändert bleiben. Gemäss den Modellrechnungen könnte auch die Abholzung in den Mercosur-Staaten durch das Abkommen steigen. Die erste Studie gehe dennoch von gesamtheitlich geringen potenziellen Umweltauswirkungen aus. Dies, weil das Freihandelsabkommen gemäss Seco kaum etwas an bestehenden Handelsflüssen mit umweltintensiven Produkten ändert.

Steigen würden hingegen Schweizer Exporte in die Mercosur-Staaten: Im Jahr 2040 könnten sie um 55 Prozent höher sein als ohne das Freihandelsabkommen; die Exporte der Mercosur-Staaten in die Schweizer könnten um rund 5 Prozent zunehmen. Dadurch würde auch das Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz um 0,06 Prozent wachsen, prognostiziert die Studie.

Keine Auswirkung auf Produzentenpreise

Als Ausgangslage für die Umweltverträglichkeitsprüfung diente gemäss Mitteilung eine Modellierung der potenziellen Handelsströme. Sie wurde im Rahmen des Aktionsplans «Grüne Wirtschaft» des Bundesrats vom Seco in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) in Auftrag gegeben und vom World Trade Institut der Universität Bern durchgeführt.

Eine zweite Studie von Agroscope zeigt laut dem Seco, dass sich das Freihandelsabkommen zudem kaum auf den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten sowie auf die Schweizer Produktion und die Produzentenpreise auswirken wird. Dazu seien die Auswirkungen eines Marktöffnungsszenarios für bestimmte landwirtschaftliche Exporte aus den Mercosur-Staaten in die Schweiz analysiert worden.