Entwicklungsorganisationen fordern: Schweizer Banken sollen armen Ländern die Schulden erlassen

Die finanziellen Mittel, die in der aktuellen Krise für arme Länder bereits gesprochen wurden, reichen laut Entwicklungsorganisationen nicht aus. Sie sehen die Schweizer Banken in der Verantwortung.

Drucken
Teilen
Über Schuldenerlasse könnten für Entwicklungsländer schnell zusätzliche Mittel für die aktuelle Krisenbekämpfung mobilisiert werden, schreiben elf Entwicklungsorganisationen. (Symbolbild)

Über Schuldenerlasse könnten für Entwicklungsländer schnell zusätzliche Mittel für die aktuelle Krisenbekämpfung mobilisiert werden, schreiben elf Entwicklungsorganisationen. (Symbolbild)

Kaufmann Marcel/HO

(dpo) Die Schuldenkrise in den armen Ländern habe sich bereits vor Corona angebahnt und werde durch die Pandemie jetzt noch verschärft. Nun soll der Bund einen runden Tisch einberufen, um einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer durch Schweizer Banken zu verhandeln. Dies fordern elf Schweizer Entwicklungsorganisationen, darunter Alliance Sud, Helvetas, Fastenopfer und Swissaid in einem Communiqué vom Mittwoch.

Die Organisationen sehen vor allem Schweizer Banken in der Verantwortung, da diese als private Gläubiger von Staaten eine wichtige Rolle spielten. Am runden Tisch sollen nebst den Interessen des Bundes, der kreditgebenden Banken und der Schuldnerregierungen auch jene der Bevölkerung in den Schuldnerländern direkt Gehör finden, heisst es im Communiqué weiter.

Des Weiteren fordern die unterzeichnenden Organisationen, dass die Banken gegenüber der Öffentlichkeit Transparenz über ihre Kredite, deren Konditionen und die Modalitäten ihrer Rückzahlung herstellen. Es gehe um öffentliche Schulden, die von der Allgemeinheit in den betreffenden Ländern mitgetragen werden müssen. Damit bestehe ein hohes öffentliches Interesse an diesen Daten.