Finanzmärkte
CS-Debakel ist symptomatisch: Ökonom warnt vor Knall an den Märkten

Für den Finanzprofessor Marc Chesney steht das Debakel bei der CS symptomatisch für die akute Finanzkrise. Im Falle steigender Zinsen drohe ein Knall an den Märkten, ist der Experte überzeugt.

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Marc Chesney ist Professor an der Universität Zürich. (Archivbild)

Marc Chesney ist Professor an der Universität Zürich. (Archivbild)

Keystone

(rwa) «Die Signale stehen auf Rot: Umwelt, Pandemien, Instabilität auf den Finanzmärkten, soziale Ungleichheit, Armut», erklärte der Ökonom Marc Chesney in einem am Samstag erschienenen Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Für den Finanzprofessor an der Universität Zürich ist klar: Wenn es so weitergehe, explodiere es irgendwann. Als problematisch erachtet er, dass die Finanzmärkte am Tropf der Notenbanken hängen. Sollten die Zinsen dereinst steigen, sei ein Knall wahrscheinlich.

Zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatte die Grossbank Credit Suisse. Sie warnte zu Wochenbeginn vor einem Grossverlust mit einem US-Hedgefonds. Darauf brach der Kurs der CS-Aktie an der Börse ein. Wenig überrascht zeigt sich Experte Chesney. Es sei eine «neue Episode der permanenten Krise des Finanz-Casinos». Die Vorgänge seien undurchsichtig. Dabei müssten die Bürger wissen, was geschehe. Als systemrelevante Bank hat die Bank laut Chesney auch eine Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler.

Der Finanzprofessor plädiert für kleinere Banken und eine Trennung zwischen reinen Depot- und Investmentbanken. Dadurch könnten Banken, die hohe Risiken eingehen, mit weniger Gefahr für den Rest der Wirtschaft bankrottgehen. Laut Chesney sind die Regulierungen zu komplex. «Die Grossbanken finden immer Schlupflöcher.»