Finanzplatz
Geldwäscherei: Finma zieht Schlussstrich unter venezolanische Korruptionsaffäre

In der Korruptionsaffäre um den venezolanischen Ölkonzern PDVSA hat die Finanzmarktaufsicht die Verfahren gegen die letzten zwei Schweizer Banken abgeschlossen.

Reto Wattenhofer
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Gemäss Finanzmarktaufsicht haben zwei Privatbanken die Sorgfaltspflichten in der Bekämpfung von Geldwäscherei verletzt.

Gemäss Finanzmarktaufsicht haben zwei Privatbanken die Sorgfaltspflichten in der Bekämpfung von Geldwäscherei verletzt.

Keystone

Das Fazit der Finanzmarktaufsicht (Finma) ist wenig schmeichelhaft. In den beiden Verfahren kam sie zum Schluss, dass die beiden Privatbanken Banca Zarattini & Co. und CBH Compagnie Bancaire Helvétique ihre Pflichten in der Geldwäschereibekämpfung verletzt und schwer gegen Aufsichtsrecht verstossen haben, wie die Behörde am Donnerstag bekannt gab.

Beide Banken haben demnach die wirtschaftlichen Hintergründe von Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit erhöhten Geldwäschereirisiken ungenügend abgeklärt und in diesen Bereichen auch eine mangelhafte Dokumentation aufgewiesen. Als Folge haben die Banken bereits operationelle, organisatorische und personelle Massnahmen ergriffen.

Gemäss Mitteilung verfügt die Finma nun, dass beide Banken den eingeschlagenen Pfad konsequent weitergehen. Für die Banca Zarattini bedeutet das, dass sie vorderhand keine neuen venezolanischen Kunden oder politisch exponierten Personen (PEP) als Kunden aufnehmen darf. Die Bank CBH muss alle verbleibenden Geschäftsbeziehungen mit venezolanischen Kunden kappen. Zudem auferlegt ihr die Finma, besonders risikoreiche Kundenbeziehungen zu überprüfen und gegebenenfalls ebenfalls zu schliessen.

Auch Julius Bär war betroffen

Die Banca Zarattini und die CBH sind nicht die einzigen Banken, die ins Visier der Finma gerieten. Im Fall von Julius Bär hat die Aufsichtsbehörde festgestellt, dass es zwischen 2009 und 2018 zu schweren, systematischen Mängeln in der Geldwäschereibekämpfung gekommen war. Konkret hielt die Bank Sorgfaltspflichten nicht ein und verstiess gegen Meldepflichten. Demnach waren alle der 70 ausgewählten Geschäftsbeziehungen und die überwiegende Mehrzahl der 150 geprüften Transaktionsstichproben zu beanstanden.

Mit Abschluss der beiden Verfahren hat die Finma nun alle Enforcementverfahren gegen Banken im Zusammenhang mit der mutmasslichen Korruptionsaffäre um den venezolanischen Erdölkonzern PDVSA abgeschlossen.

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