Fleischindustrie
Fleisch lief am besten: Bell legt im Retail-Bereich zu und erhöht die Dividende

2020 konnte die Fleischverarbeiterin den Absatz im Handel deutlich steigern, auch wegen des eingeschränkten Einkauftourismus. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.

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Bell-Hauptsitz in Basel.

Bell-Hauptsitz in Basel.

Bild: PD

(cg) Der bereinigte Umsatz der Bell Food Group mit Hauptsitz in Basel beträgt 2020 4,1 Milliarden Franken und ist damit um 112,1 Millionen Franken (+2.7 Prozent) höher als im Vorjahr. Dieser Anstieg habe trotz coronabedingter Einbussen im Absatzkanal Food Service erreicht werden können. Grund dafür sei das erfreuliche Wachstum im Bereich Retail in praktisch allen Warengruppen, wird CEO Lorenz Wyss in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Ein Blick auf den Geschäftsgang der Fleischverarbeiterin zeigt, dass die Umsätze im Handel in praktisch allen Warengruppen deutlich zugelegt haben. Am stärksten gewachsen ist das angestammte Geschäftsfeld mit Fleisch und Fleischwaren. Dies insbesondere im Heimmarkt Schweiz, wo der temporäre Rückgang des Einkaufstourismus während der Lockdowns zusätzlich positiv gewirkt habe, heisst es. Dieses Wachstum im Bereich Retail habe den Umsatzrückgang aus dem Food Service mehr als kompensiert. Letzterer litt unter der Schliessung der Restaurants.

Geschäftsbereich mit Fertiggerichten litt am meisten

Eine Ergebnisverbesserung habe auch der Geschäftsbereich Bell International «dank der konsequenten Weiterführung der mit dem Verkauf des deutschen Wurstwarengeschäftes eingeleiteten Fokussierung auf die Kernkompetenz Rohschinken sowie auf den weiteren Ausbau der Geflügelprogramme mit höherem Tierwohlstandard» erreicht.

Durch die starke Ausrichtung auf die Ausser-Haus-Verpflegung und auf den To-Go-Bereich im Retail sei der Geschäftsbereich Convenience (Fertiggerichte) hingegen am stärksten von den negativen Auswirkungen der Coronapandemie betroffen gewesen. Die Umsatzausfälle hätten hier aber, anders als in den anderen Geschäftsbereichen, nur teilweise über den Retail-Kanal kompensiert werden können.

Höhere Dividende beantragt

Bell rechnet damit, dass die Pandemie auch dem laufenden Geschäftsjahr ihren Stempel aufdrücken und erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsgang haben wird. «Ich bin überzeugt, dass es uns weiterhin erfolgreich gelingen wird, auf die schwierig vorauszusehenden Auswirkungen zu reagieren und gleichzeitig die langfristigen strategischen Ziele konsequent weiterzuverfolgen», gibt sich Lorenz Wyss zuversichtlich. Aufgrund der Pandemie findet die Generalversammlung am 23. März 2021 erneut virtuell statt. Aufgrund des guten Jahresergebnisses wird eine Erhöhung der Dividende von 5,50 auf 6,50 Franken pro Aktie beantragt.

Die Bell Food Group gehört zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa. Zu den Kunden zählen der Retail, der Food Service sowie die Lebensmittelindustrie. Rund 12'000 Mitarbeitende sind an den verschiedenen Standorten beschäftigt. In Zell betreibt die Bell Food Group den grössten Schlachthof der Zentralschweiz.