Flugreisen
Swiss spürt Aufwind im Sommer und will keine weiteren Entlassungen

Die Swiss kann im Sommer den täglichen Geldabfluss stoppen. Mit einer Erholung rechnet die Fluggesellschaft aber erst 2023. Weitere Entlassungen sind nicht geplant. Das sagt Swiss-Chef Dieter Vranckx in einem Interview.

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Swiss-Chef Dieter Vranckx glaubt, dass an Bord der Flieger noch jahrelang Maskenpflicht gilt.

Swiss-Chef Dieter Vranckx glaubt, dass an Bord der Flieger noch jahrelang Maskenpflicht gilt.

Keystone

Die Corona-Pandemie hat die Fluggesellschaften weltweit hart getroffen – auch die Swiss. Noch immer verbrennt sie täglich Geld, denn die Krise sei noch nicht bewältigt. Das sagt Swiss-Chef Dieter Vranckx am Freitag in einem Interview mit dem «Blick». Aktuell verliere die Swiss weniger als 1,5 Millionen Franken pro Tag. Doch das solle sich im Juli und August ändern. «Mit der Kapazitätserhöhung im Sommer auf 50 bis 55 Prozent aufgrund der zunehmenden Nachfrage können wir diesen Geldabfluss stoppen», sagt der 48-Jährige. Von den 92 Maschinen sind 75 denn auch wieder im Flugeinsatz und die Verlässlichkeit des Flugplans habe deutlich zugenommen.

Allerdings bleibe die Situation mittelfristig schwierig. Die Swiss rechnet auch 2023 noch mit einem Nachfragerückgang von rund 20 Prozent. «Deshalb müssen wir die Swiss jetzt neu aufstellen», sagt Vranckx und bezeichnet 2022 als Übergangsjahr. «2022 gehen wir von einer weiteren Steigerung der Buchungszahlen aus, aber wir richten unsere Ziele auf das Jahr 2023 aus.» Gerade auf der Langstrecke sei noch keine namhafte Erholung in Sicht. «Der amerikanische Markt zieht zwar langsam wieder an, in Asien dauert es aber sicher noch einige Monate.»

Positiv sieht Vranckx die Entwicklung bei der Fracht. «Die Fracht läuft sehr gut, da haben wir Hochkonjunktur», sagte er. «Damit können wir auf der Langstrecke unser Ergebnis verbessern.» An den drei bereits im 2020 zu reinen Frachtmaschinen umgebauten Boeing 777 will die Swiss daher vorerst festhalten.

Maskenpflicht bleibt bestehen

Von dem von den Banken zur Verfügung gestellten Kredit von 1,5 Milliarden Franken habe man bisher weniger als die Hälfte gezogen. Und das soll auch so bleiben. «Unser Ziel ist es, nicht mehr als die Hälfte des Bankkredits zu beziehen», sagt Vranckx und betont, dass keine weiteren Entlassungen oder Stellenstreichungen geplant seien.

Aktuell gilt an Bord der Flieger eine Maskenpflicht. Das soll auch trotz der bundesrätlichen Lockerungen so bleiben. «Die Maskenpflicht im Flugzeug wird noch jahrelang bleiben – sowohl bei den Passagieren als auch beim Personal», sagt der Swiss-Chef. Dies sei wichtig und Teil ihres Schutzkonzeptes. (abi)