Früherer Konzernchef von Swiss Re stirbt an Folgen des Coronavirus

Stefan Lippe ist im Alter von 64 Jahren an den Folgen des Coronavirus verstorben. Der Deutsche leitete drei Jahre lang die Geschicke des Versicherungskonzerns Swiss Re.

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Stefan Lippe war in seinem 65. Altersjahr, als ihn das Coronavirus aus dem Leben riss.

Stefan Lippe war in seinem 65. Altersjahr, als ihn das Coronavirus aus dem Leben riss.

Keystone

(rwa) Er sei er von einem heimtückischen Virus völlig unerwartet aus seinem Leben gerissen worden, heisst es in einer der zahlreichen Todesanzeigen, die am Freitag in der NZZ erschienen. Der Verwaltungsrat der AXA Gruppe schrieb in seiner Todesanzeige, Lippe habe über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der Versicherungswelt gezählt.

Lippe war im Februar 2009 zum Konzernchef ernannt worden. Unter seinem Vorgänger Jacques Aigrain hatte das Unternehmen mit riskanten Finanzgeschäften riesige Verluste angehäuft. Im Gegensatz zu Aigrain, der von Haus aus ein Investmentbanker war, hatte Lippe seine Wurzeln in der Rückversicherungsbranche. 1983 startete der Deutsche seine Laufbahn bei der Bayerischen Rück.

2001 wurde er in die Geschäftsleitung des Mutterkonzerns Swiss Re berufen und übernahm die Leitung des Sach- und Haftpflichtgeschäfts. 2008 wurde er zum operativen Leiter des Unternehmens und gleichzeitig zum stellvertretenden Konzernchef.

Unter Lippe baute Swiss Re die Risiken in der Bilanz kontinuierlich ab und führte das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurück. Dafür wurde ihm auch innerhalb des Konzerns Tribut gezollt. Bei seinem Rücktritt 2012 erklärte Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz, mit Lippe an der Spitze habe Swiss Re die Kehrtwende geschafft. Seit 2012 gehörte Lippe auch dem Verwaltungsrat der AXA Gruppe an.