Situation bleibt im Juli für viele Gastrobetriebe kritisch – Hotellerie vor neuem Einbruch

Trotz Ferienzeit erzielte das Gastgewerbe auch im Juli deutlich weniger Umsatz. Laut Branchenverband Gastrosuisse am stärksten betroffen sind städtische Gebiete. Derweil steht die Hotellerie vor einem neuerlichen Einbruch.

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Eine Kellnerin mit Maske bedient Kunden in einem Gastrobetrieb in Lausanne. (Symbolbild)

Eine Kellnerin mit Maske bedient Kunden in einem Gastrobetrieb in Lausanne. (Symbolbild)

Keystone

(dpo/sat) Das Gastgewerbe hat auch im Juli massive Umsatzeinbussen als Folge der Coronapandemie erlitten. Der Umsatz liegt schweizweit im Durchschnitt 31,9 Prozent hinter dem Vergleichsmonat des Vorjahres, heisst es in einer Mitteilung des Branchenverbandes Gastrosuisse vom Sonntag. «Wenn die Situation anhält, werden zusätzliche Unterstützungsmassnahmen nötig, um Unternehmen zu retten und einen massiven Stellenabbau zu verhindern», lässt sich der Präsident des Verbandes, Casimir Platzer, zitieren.

Die vom 24.-28. Juli durchgeführte repräsentative Onlinebefragung bei 2015 Mitgliedern macht zudem grosse Unterschiede zwischen den Regionen deutlich. Am meisten Umsatzeinbussen verzeichneten demnach Betriebe in städtisch geprägten Kantonen wie Basel-Stadt (-46,6 Prozent), Genf (-42,4 Prozent) und Zürich (-39 Prozent). Die geringsten Umsatzeinbussen melden Gastrobetriebe aus den Kantonen Nidwalden (-11.4 Prozent), Graubünden (-11.7 Prozent) und Appenzell Innerrhoden (-12.1 Prozent), wie aus einer Präsentation der Ergebnisse auf der Internetseite von Gastrosuisse hervorgeht. Zuerst über die Umfrage berichtet hatte der «SonntagsBlick».

Hotellerie steht vor Buchungs-Einbruch

Trotz Ferienzeit und Sommerwetter ist der Umsatz laut Gastrosuisse bei einem Drittel der befragten Gastrobetriebe im Juli gegenüber dem Vormonat weiter gesunken. Eine Mehrheit von 40 Prozent der Mitglieder melden gegenüber dem Juni jedoch ein Umsatzplus. Gute Rückmeldungen zur Umsatzentwicklung gibt es insbesondere aus Berg- und Seeregionen. Gastrosuisse hält allerdings fest, dass der Juli-Umsatz in allen Landesteilen der Schweiz deutlich hinter den Werten des Vorjahres liege. Der Umsatzrückgang in der deutschen Schweiz beträgt demnach -30 Prozent, in der Westschweiz -35 Prozent und in der italienischsprachigen Schweiz -37 Prozent.

Sprich: Die Situation bleibt laut Gastrosuisse «für viele Betriebe kritisch», schreibt der Verband in seiner Mitteilung. «Dabei handelt es sich bei Weitem nicht nur um solche, die es bereits vorher schwer hatten», hält Casimir Platzer fest. Eine Prognose für die künftige Entwicklung ist laut Gastrosuisse schwierig. Dennoch hat der Verband bei der Umfrage seine Mitglieder auch danach gefragt. Und da fällt insbesondere die Hotellerie negativ auf. Demnach erwarten die Umfrageteilnehmer ab August bis Ende Jahr einen kontinuierlichen Rückgang der Zimmerauslastung von bis zu 53,9 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten. Weiterhin tiefe Umsätze erwarten insbesondere auch Clubs, Veranstalter sowie der Geschäfts- und Fernmarkttourismus.