Gerade Junge leiden unter Stress am Arbeitsplatz

«Schneller, höher, weiter»: So betitelt die Gesundheitsförderung Schweiz ihren aktuellen Job-Stress-Index. In diesem zeige sich, dass eine Vielzahl der Arbeitnehmer unter Stress leidet.

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Knapp ein Drittel ist im Job überlastet. (Symbolbild)

Knapp ein Drittel ist im Job überlastet. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Und damit auch die Anforderungen an die Arbeitnehmenden. Der neue «Job-Stress-Index 2020» der Gesundheitsförderung Schweiz zeigt nun auf, dass viele in ihrem Job an die Grenzen kommen. «Drei von zehn Arbeitnehmenden sind auf Stufe rot angelangt (29,6 Prozent)», heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. «Bei ihnen ist die Belastung grösser als die Ressourcen: Das sind schwierige Arbeitsbedingungen, die auf Dauer gesundheitliche Folgen haben», so die Gesundheitsförderung Schweiz.

Im grünen Bereich sind nur rund ein Viertel aller Arbeitnehmer: «Die Mehrheit der Befragten, nämlich 45,5 Prozent, befindet sich laut der Erhebung im sensiblen Bereich, also auf Stufe gelb, wo sich Belastungen und Ressourcen gerade noch die Waage halten», schreibt Gesundheitsförderung Schweiz. Mehr als die Hälfte aller Befragten geben laut der Studie an, dass sie sich «emotional erschöpft fühlen». Diese Folge von Stress gehöre zu den Hauptmerkmalen von Burnout, warnt Gesundheitsförderung Schweiz.

«Ökonomisches Potenzial von rund 7,6 Milliarden Franken»

Interessanterweise sind es aber nicht die älteren Arbeitnehmer, die besonders unter dem Stress leiden. Sondern die Jüngeren: «Der höchste Stress-Wert findet sich bei den Arbeitnehmenden zwischen 16 und 24 Jahren», heisst es in der Mitteilung. Besonders stresstreibend seien dabei «qualitative Überforderung und sozialer Stress mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen sowie Zeitdruck und die Planung der Zukunft». Diesbezüglich verfügten jüngere Erwerbstätige über weniger Ressourcen.

Wie die Gesundheitsförderung Schweiz schreibt, sei Stress im Job «nicht nur schädlich für die Gesundheit der Betroffenen, sie kann auch direkte betriebswirtschaftliche Folgen haben.» Dies weil Leute am Arbeitsplatz fehlen, oder weil sie wegen Stress nicht die gewohnte Leistung erbringen können. «Eine Hochrechnung für das Jahr 2020 zeigt, dass durch die Reduktion von arbeitsbezogenem Stress ein ökonomisches Potenzial von rund 7,6 Milliarden Schweizer Franken ausgeschöpft werden könnte», heisst es in der Mitteilung.

Die aktuelle Messung fand vom 3. Februar bis zum 3. März 2020 statt – also noch vor den grössten Massnahmen gegen die Coronapandemie. Für die Studie wird Gesundheitsförderung Schweiz von der Universität Bern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften unterstützt.