Geschäftslage entspannt sich — KOF sagt Rückgang des BIP um 4,9 Prozent voraus

Der KOF Geschäftslageindikator ist erstmals seit April wieder deutlich gestiegen. Die Lage bleibe aber weiterhin schwierig. 14 Prozent der Unternehmen fürchten um ihre Existenz.

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Das Gastgewerbe leidet noch immer am stärksten unter der Coronakrise. (Symbolbild)

Das Gastgewerbe leidet noch immer am stärksten unter der Coronakrise. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Für 2020 erwartet die KOF aktuell einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 4,9 Prozent. Dies teilt die Konjunktufroschungsstelle der ETH Zürich am Mittwoch anlässlich seiner Medienkonferenz mit. In der Prognose vom Juni wurde für dieses Basisszenario noch ein Rückgang von 5.1 Prozent erwartet. Für das Jahr 2021 rechnet die KOF dann mit einer BIP-Wachstumsrate von 4.1 Prozent. Dies aber nur, solange die Schweiz nicht von einer zweiten Welle heimgesucht werde. Steigen die Fallzahlen weiterhin so stark an, rechnet die KOF damit, dass die Wirtschaftsleistung um 6 Prozent zurückgeht.

Derzeit hätten sich die Aussichten für den Schweizer Arbeitsmarkt aber leicht aufgehellt. Wie die KOF schreibt, sind die ersten Zahlen zu den abgerechneten Kurzarbeitsstunden tiefer ausgefallen, als es die Voranmeldungen vermuten liessen. Auch die Arbeitslosenzahlen seien besser ausgefallen als prognostiziert: Die Quote der registrierten Arbeitslosen wird gemäss Mitteilung in diesem Jahr im Durchschnitt bei 3,3 Prozent liegen. Für 2021 rechnet die KOF im Jahresdurchschnitt mit einer Quote von 4,1 Prozent.

Auch wenn sich eine Entspannung der Geschäftslage abzeichne, bleibe die Situation aber schwierig. Nach wie vor geben etwa 60 Prozent der an den KOF Konjunkturumfragen teilnehmenden Unternehmen an, dass sie der Nachfragerückgang infolge der Pandemie stark in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. 14 Prozent der Unternehmen betrachten derzeit ihre Existenz als stark oder sehr stark gefährdet. Beim Gastgewerbe sind die Existenzängste am grössten: Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einer Umsatzeinbusse von fast 40 Prozent.