Gesundheit
Studie zeigt: Höhere Tabaksteuer könnte Konsum reduzieren

Eine Studie legt dar, dass bei höheren Zigarettenpreisen, die Anzahl verkaufter Packungen sinkt. Die Lungenliga pocht nun auf eine Erhöhung der Tabaksteuer.

Dario Pollice
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Werden Zigaretten zehn Prozent teurer, sinkt der jährliche Konsum um etwa 25 Packungen.

Werden Zigaretten zehn Prozent teurer, sinkt der jährliche Konsum um etwa 25 Packungen.

Keystone

Im Jahr 2015 sind hierzulande mehr als 9500 Menschen an durch Tabakkonsum verursachten Krankheiten gestorben. Die mit dem Tabakkonsum geschätzten Gesundheitskosten beliefen sich dabei auf drei Milliarden Franken. Gesundheitsfachleute stellen sich folglich die Frage, mit welchen Massnahmen die Zahl der Qualmenden reduziert werden kann. Eine Rolle könnte dabei die Tabaksteuer spielen.

Eine Studie im Auftrag der Lungenliga und der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz ist der Frage nachgegangen, welche Wirkung die Tabaksteuer auf den Tabakkonsum hat. Dabei hat das Institut für Gesundheitsökonomie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften eine ländervergleichende Analyse erstellt. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie kommt zum Schluss: Wenn der Zigarettenpreis um zehn Prozent steigt, sinkt die Anzahl verkaufter Zigarettenpackungen pro Raucher durchschnittlich um etwa 25 Packungen pro Jahr.

Lungenliga pocht auf strengere Massnahmen

Die Studie legt dar, dass eine Erhöhung der Tabaksteuer in Ländern mit relativ strengen Tabakkontrollmassnahmen und bei einem hohen Zigarettenpreisniveau mit einer tieferen Prävalenz des Zigarettenrauchens einhergehen. In der Schweiz herrsche jedoch ein relativ tabakkonsumfreundliches Umfeld. So habe die Schweiz 2020 im europäischen Vergleich die tiefste Gesamtsteuerbelastung für Zigaretten gehabt und 2019 nach Deutschland die tiefsten Tabakkontrollmassnahmen gemessen am Score der sogenannten Tobacco Control Scale.

De Lungenliga und die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz nehmen die Studie zum Anlass, um auf eine Erhöhung der Tabaksteuer hierzulande zu pochen. Doch dabei wollen sie es nicht belassen. Denn gemäss der Studie sind hohe Tabaksteuern eine notwendige, aber als Einzelmassnahme keine hinreichende Voraussetzung. Wenn die Gesellschaft und Politik die Prävalenz des Zigarettenrauchens nachhaltig reduzieren wollen, brauche es weitere strenge Tabakkontrollmassnahmen.

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