Gläubiger-Chef Raoul Egeli warnt vor Konkurswelle im November

Im November schlage die Coronakrise in Form einer Konkurswelle auf die Wirtschaft durch, sagt der Präsident des Gläubigerverbandes Creditreform, Raoul Egeli.

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Die Schweizer Wirtschaft könnte die Folgen des sogenannten Lockdowns im November noch einmal zu spüren bekommen. (Symbolbild)

Die Schweizer Wirtschaft könnte die Folgen des sogenannten Lockdowns im November noch einmal zu spüren bekommen. (Symbolbild)

Keystone

(wap) In der Schweizer Wirtschaft gebe es seit dem sogenannten Lockdown im Frühling viele Zombie-Firmen, warnt Raoul Egeli, Präsident des Gläubigerverbands Creditreform, in einem Interview mit dem Blick. Gemeint sind Unternehmen, die eigentlich längst zahlungsunfähig sind, aber noch nicht Konkurs angemeldet haben und stattdessen damit beschäftigt sind, überall Löcher zu stopfen.

Viele solcher Firmen seien dank der vom Bund verbürgten Corona-Hilfskredite und den Kurzarbeitsentschädigungen noch einmal zu frischem Geld gekommen. Nun laufe ihre Zeit jedoch ab, gibt Egeli zu verstehen. Bereits im September habe es einen Anstieg der Konkurse gegeben. «So richtig los geht es im Spätherbst», sagt Egeli. Und: «Ich rechne ab November mit der grossen Konkurswelle.»

Weitere Entwicklung hängt von den Fallzahlen ab

Diese werde einen Dominoeffekt haben, weil Lieferanten nicht bezahlt würden und Gläubiger Geld abschreiben müssten. Egeli hält eine Verdoppelung der Konkurse für möglich. Derzeit gebe es etwa 300 bis 400 Konkurse pro Monat, es sei möglich, dass es im Spätherbst einen Peak von bis zu 800 pro Monat geben werde.

Wie dramatisch die Welle sein werde, hängt laut Egeli vom Verlauf der Pandemie ab. «Steigen die Fallzahlen, kommen weitere Einschränkungen auf uns zu, die zu mehr Konkursen führen werden», sagt er. Nur wenn es gelinge, die Fallzahlen zu begrenzen, blieben die Lockerungen in Kraft. Damit könnten weitere Konkurse vermieden werden, insbesondere in der Eventbranche.