Grossbank
«Ausgewiesener Bankenexperte» ins UBS-Präsidium: Dieser Ire soll die Nachfolge von Axel Weber antreten

Der irische Banker Colm Kelleher soll Nachfolger von Axel Weber und damit neuer Verwaltungsratspräsident der UBS werden. Als neuer Vize der Grossbank wird Lukas Gähwiler den Aktionären vorgeschlagen.

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Der Verwaltungsrat der UBS hat am Samstag ein neues Führungsteam vorgestellt. Der Ire Colm Kelleher wird neuer Präsident der UBS.

Der Verwaltungsrat der UBS hat am Samstag ein neues Führungsteam vorgestellt. Der Ire Colm Kelleher wird neuer Präsident der UBS.

Keystone/Morgan Stanley

Der Verwaltungsrat der UBS gab am Samstag die Nachfolge des zurücktretenden Axel Weber bekannt. Neuer Verwaltungsratspräsident soll der Ire Colm Kelleher werden, der zuvor für die US-Investmentbank Morgan Stanley tätig war. Bis zu seinem Rücktritt 2019 war Kelleher dort als Präsident für Institutional Securities Business und Wealth Management verantwortlich. Seither ist er als Senior Advisor weiter mit Morgan Stanley verbunden. Insgesamt hatte er 25 Jahre in den Diensten der Bank gestanden. Dort erlebte er auch die turbulente Zeit der Finanzkrise 2008, dies als Chief Financial Officer und Co-Head Corporate Strategy. Der 64-Jährige ist Ire und hat einen Abschluss der Elite-Universität Oxford.

Axel Weber, der wegen der UBS-internen Amtszeitbeschränkung von zehn Jahren 2022 nicht zur Wiederwahl antreten kann, rühmt seinen Nachfolger in den höchsten Tönen. Colm Kelleher verfüge «über ein tiefes Verständnis der globalen Bankenlandschaft», wird Weber in der Mitteilung zitiert. «Mit seinen mehr als 30 Jahren Führungserfahrung und seinen hervorragenden Beziehungen weltweit passt er ideal zu UBS», so Weber weiter. Auch Vizepräsident und Senior Independent Director Jeremy Anderson setzt grosse Hoffnungen auf den Neuen: «Er gehört zu den angesehensten und kompetentesten Führungspersönlichkeiten innerhalb der Finanzbranche», wird er zitiert. CEO Ralph Hamers nennt Colm Kelleher einen «ausgewiesenen Bankenexperten».

Lukas Gähwiler soll Vizepräsident werden

Kelleher selbst betont in einem ersten Statement die starken Schweizer Wurzeln der Bank. Er sehe bei der UBS eine hervorragende Grundlage für weiteres Wachstum, dies wegen der einzigartigen Marke und der Kompetenz in breit gefächerten Finanzdienstleistungen. «Es ist für mich ein grosses Privileg, die Zukunft der Bank mitgestalten zu dürfen», wird Kelleher in der Mitteilung zitiert.

Colm Kellehers Vize soll Lukas Gähwiler werden, der derzeitige Verwaltungsratspräsident der Schweizer Tochter. Gähwiler ist schon lange auf dem Schweizer Finanzplatz präsent. Von 2010 bis 2016 war er Präsident der UBS Switzerland und Mitglied der UBS-Konzernleitung. Gähwiler werde das Mutter-Unternehmen als Vizepräsident in den wichtigsten Schweizer Verbänden und Branchenorganisationen vertreten und bei politischen Interaktionen repräsentieren, teilte die UBS mit. Sein Amt bei der UBS Switzerland wird er dagegen abgeben. Er habe zehn Jahre eng mit Gähwiler zusammengearbeitet und seine Beiträge sehr geschätzt, lässt sich Axel Weber zitieren. «Er geniesst weitherum breite Anerkennung als einer der angesehensten Banker der Schweiz.»

Duo Weber-Ermotti prägte die Bank

Axel Weber selbst blickt auf eine bewegte Amtszeit zurück. Gemeinsam mit dem vormaligen CEO Sergio Ermotti habe Weber die Neuausrichtung der Bank in die Wege geleitet und geprägt, lässt Vizepräsident Jeremy Anderson verlauten: «Als hochangesehener ehemaliger Regulator und Notenbanker spielte er eine zentrale Rolle bei der Anpassung der Bank an das veränderte regulatorische Umfeld.» Auch dank ihm sei die UBS heute eine weltweit bestkapitalisierten Banken.

Anderson selbst bleibt der UBS als Senior Independent Director des Verwaltungsrats erhalten. Noch sind Colm Kelleher und Lukas Gähwiler für ihre neuen Posten allerdings erst vom Verwaltungsrat nominiert und nicht offiziell gewählt: Dies wird Sache der Aktionäre sein. Die offizielle Wahl soll an der Generalversammlung vom 6. April 2022 stattfinden.

Die Schweizer Grossbank UBS gilt weltweit als wichtige Adresse gerade für Millionäre und Milliardäre. Sie hatte zuletzt im dritten Quartal erneut von den günstigen Marktbedingungen und der zumeist positiven Anlegerstimmung profitiert. Unter dem Strich verdiente die grösste Bank der Schweiz im Sommerquartal rund zwei Milliarden Euro. (wap/sat/dpa)

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