Grossveranstaltungen
Grosse Leere schlägt aufs Geschäft: Hallenstadion schreibt Verlust

Abgesagt oder verschoben statt ausverkauft: Das Verbot von Grossveranstaltungen drückt das Zürcher Hallenstadion tief in die roten Zahlen.

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Feiernde Fans im Hallenstadion gab es 2020 eher selten. (Symbolbild)

Feiernde Fans im Hallenstadion gab es 2020 eher selten. (Symbolbild)

Corinne Glanzmann

(mg) Nur rund ein Viertel aller geplanten Veranstaltungstage wurden im vergangenen Jahr im Zürcher Hallenstadion auch tatsächlich durchgeführt. Statt 153 waren es am Ende nur 42. Das wirkt sich logischerweise auch auf die Bilanz aus: Der Umsatz brach um 74 Prozent auf 5,3 Millionen Franken ein und statt einem Plus gibt es beim Jahresergebnis ein Minus von 2,6 Millionen Franken, wie das Hallenstadion am Dienstag mitteilt.

Wie hart und massiv das Hallenstadion von den Massnahmen getroffen wurde, zeigt sich an einem Beispiel aus dem Geschäftsbericht. So hätten am 27. Februar 2020 noch über 8000 Menschen zu Deichkind getanzt und gefeiert. Als am nächsten Tag bereits alles für das abendliche Konzert von AnneMayKantereit aufgebaut war, beschloss der Bundesrat ein Verbot von Grossveranstaltungen und das Hallenstadion blieb leer. «Damals dachten wir noch leichtgläubig, dass dieses behördliche Verbot nur für ein paar Wochen andauern würde», schreibt Direktor Philipp Musshafen im Geschäftsbericht. Wegen des Verlusts sei das Hallenstadion auch auf Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen.

Etwas schöngerechnet ist dagegen der Besucherschnitt der Veranstaltungen: Hier spricht das Hallenstadion von durchschnittlich 8626 Zuschauern und Zuschauerinnen. Es werden dabei aber nur jene Events von Januar und Februar miteingerechnet. Aber es geht da wohl auch darum, etwas Optimismus zu verbreiten: Zwar werde die Krise in der Eventbranche «auch nach Aufhebung der Corona-Restriktionen noch lange anhalten», wie es in einer Mitteilung heisst. Doch: «Not macht erfinderisch. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand sondern arbeiten an neuen Projekten und suchen nach Optimierungsmöglichkeiten», so Musshafen.