Grosse Nachfrage nach einheimischen Produkten: Schweizer Landwirtschaft hält sich gut in der Krise

Die Schweizer Landwirtschaft dürfte ihre Bruttowertschöpfung im Jahr 2020 trotz der Coronakrise um rund 6 Prozent steigern. Einzig im Weinbau hat sich die Situation verschlechtert.

Drucken
Teilen
Die Nachfrage nach einheimischen Produkten ist gemäss dem Bundesamt für Statistik in der Krise angestiegen.

Die Nachfrage nach einheimischen Produkten ist gemäss dem Bundesamt für Statistik in der Krise angestiegen.

Keystone

(agl) Die Landwirtschaft dürfte in diesem Jahr eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Franken generieren, wie erste Schätzungen des Bundesamts für Statistik (BFS) ergeben haben. Gemäss einer Mitteilung bedeutet dies einen Anstieg der Wertschöpfung um 5,8 Prozent. Die Gesamtproduktion der Landwirtschaft ist gegenüber 2019 um 0,2 Prozent angestiegen, derweil sind die Ausgaben für Vorleistungen wie Futtermittel und Unterhalt um 3,1 Prozent gesunken. Berücksichtigt man die Teuerung, sinkt die Bruttowertschöpfung leicht um 1,4 Prozent.

Fest steht laut dem BFS, dass sich die Landwirtschaft und die Lebensmittelbranche schnell an die neue Situation angepasst haben und ihre Produktion gut absetzen konnten. So haben die Schweizer Landwirte infolge der gestiegenen Nachfrage die Produktionsmenge beim Gemüse gesteigert. Der Produktionswert verzeichnet ein Plus von 6 Prozent. Auch die tierische Produktion dürfte im Jahr 2020 um 4,5 Prozent auf geschätzte 5,7 Milliarden Franken wachsen, wie das BFS schreibt.

Beim Pflanzenbau erwarten die Statistiker insgesamt einen Rückgang beim Produktionswert um 5,5 Prozent, starke Einbrüche gab es beim Weinbau. Dort wurden die Quoten für die Traubenproduktion gesenkt und Weine deklassiert, um Absatzproblemen entgegenzuwirken. Als Folge davon rechnet das BFS damit, dass der Produktionswert von Trauben und Wein gegenüber 2019 um 8,5 Prozent zurückgeht.