Historischer Einbruch: Das BIP sinkt im zweiten Quartal um über 8 Prozent

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) meldet, hat die Schweiz im zweiten Quartal den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung der Quartalszahlen erlitten. International stehe man aber noch gut da.

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Wegen des Lockdowns blieben viele Tische in Restaurants lange leer. (Symbolbild)

Wegen des Lockdowns blieben viele Tische in Restaurants lange leer. (Symbolbild)

Severin Bigler

(mg) Der Lockdown schlägt sich deutlich in den Zahlen nieder. Um satte 8,2 Prozent ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2020 zurück. Gegenüber der Situation vor der Corona-Krise im vierten Quartal 2019 brach das BIP in der ersten Jahreshälfte 2020 kumuliert um –10,5 Prozent ein. Trotz vielen roten Zahlen meldet das Seco aber auch erfreuliches: «Die Branchenstruktur der hiesigen Wirtschaft trug aber dazu bei, dass der Rückgang im internationalen Vergleich verhältnismässig glimpflich ausfiel», heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag.

Dazu habe vor allem die Pharmabranche beigetragen, die ihre Umsätze steigerte und «damit einen noch kräftigeren Einbruch im Total des verarbeitenden Gewerbes (–9,0 Prozent)» verhinderte. Heftig waren die Einbrüche dagegen im Dienstleistungssektor. So sei die Wertschöpfung im Gastgewerbe (–54,2 Prozent) wie im Transport- und Kommunikationssektor (–21,7 Prozent) ausserordentlich stark zurück gegangen. Besser sieht es beim Handel aus: Dort vermeldete das Seco mit –3,6 Prozent einen vergleichsweise glimpflichen Rückgang der Wertschöpfung.

Deutlich geschrumpft sind auch die privaten Konsumausgaben. Wegen geschlossener Restaurants und Läden meldet das Seco hier einen Rückgang um 8,6 Prozent. «Alternative Vertriebswege wie der Onlinehandel konnten die Ausfälle nur teilweise wettmachen», heisst es in der Mitteilung. Ebenfalls stark rückläufig entwickelten sich die Bauinvestitionen (–4,0 Prozent) und die Ausrüstungsinvestitionen (–11,7 Prozent).