Höhere Schadenbelastung in der Krise: Axa Schweiz vermeldet einen Gewinneinbruch

Der Versicherungsanbieter Axa Schweiz spürte im ersten Halbjahr die Coronakrise: Wegen hoher Schadenbelastung bei Reise- und Rechtsschutzversicherungen ging der Reingewinn des Unternehmens stark zurück.

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Die Axa übernahm bis Ende Juni die Reisekosten von mehr als 22'000 Haushalten.

Die Axa übernahm bis Ende Juni die Reisekosten von mehr als 22'000 Haushalten.

Keystone

(agl) Wie die Axa am Donnerstag mitteilte, verringerte sich ihr Reingewinn im ersten Halbjahr um 62,4 Prozent auf 140 Millionen Franken. Dies sei insbesondere «auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die erhöhte Schadenbelastung infolge der Coronakrise zurückzuführen», heisst es in der Mitteilung.

So habe die Reiseversicherung Intertours bis Ende Juni die Reisekosten von mehr als 22'000 Haushalten übernommen. Auch die Rechtsschutzversicherung der Axa wurde häufig in Anspruch genommen. Axa hat gemäss eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Kunden durch eine juristische Beratung unterstützt.

Während die Axa bei den Privatkunden eine leichten Rückgang der Prämieneinnahmen feststellte, hat sich das Geschäft bei den Unternehmen mit einem Wachstum von 4 Prozent positiv entwickelt. In der beruflichen Vorsorge wuchs das Prämienvolumen im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent auf 934 Millionen Franken. Dies nach einer strategischen Neuausrichtung beim BVG-Geschäft im Jahr 2019. Bei der privaten Vorsorge hat sich sowohl das Prämienvolumen als auch das Neugeschäft verringert. Grund seien «weiterhin rückläufige Einmalprämien», schreibt die Axa.

Das Versicherungsunternehmen ist Anfang 2019 aus dem BVG-Geschäft mit der Vollversicherung ausgestiegen und setzt neu auf teilautonome Sammelstiftungen. Die Prämieneinnahmen gingen im letzten Jahr um 75 Prozent auf 1,7 Milliarden zurück, Ende 2019 nahm die Anzahl aktiv Versicherte im BVG-Geschäft im Vergleich zum Vorjahr um rund 70'000 ab.