Im Kampf gegen Coronavirus: Schweiz erhält als erstes europäisches Land Malariamittel

Weltweit spendet Novartis bis zu 130 Millionen Dosen des Arzneistoffs Hydroxychloroquin. Die Generika-Division Sandoz beginnt am Freitag mit der Auslieferung der ersten Dosen an die Behörden.

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Der Arzneistoff Hydroxychloroquin kommt normalerweise bei Malaria zur Anwendung. (Symbolbild)

Der Arzneistoff Hydroxychloroquin kommt normalerweise bei Malaria zur Anwendung. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Das Malariamittel Hydroxychloroquin könne die klinische Forschung im Kampf gegen das Coronavirus vorantreiben, schreibt Novartis am Freitag. Um Patienten Zugang zu einer möglichen Therapie zu verschaffen, stelle der Pharmakonzern ab heute bis Ende Mai weltweit bis zu 130 Millionen Dosen des Malariamittels kostenlos zur Verfügung.

Die Schweiz sei das erste europäische Land, in welchem die Spende zum Einsatz komme. Nebst der Schweiz werde sie bereits in den USA verwendet. Die Verteilung des Medikaments an die Spitäler obliegt laut Novartis den Schweizer Behörden, an die Sandoz die Spende ausliefere.

Laut Novartis werde Hydroxychloroquin derzeit in klinischen Studien für die Behandlung von Coronapatienten untersucht. Dies auf eine Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie hin. Swissmedic machte im April aber darauf aufmerksam, dass bisher erst wenige klinische Daten vorliegen und die Wirksamkeit des Wirkstoffs bei Patienten mit dem Coronavirus bis zum Vorliegen von positiven Ergebnissen aus grösseren klinischen Studien nicht erwiesen ist. Swissmedic hielt auch fest, dass Hydroxychloroquin Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen verursachen könnte.